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Adam & Eva
Adam
& Eva
Der Heros und die Urmutter- &
Liebes-Göttin – 24. Dezember
Also
das hat noch gefehlt! Angebliche Kelten-Seiten, die
sich auf Adam und Eva berufen!? Alles was Recht
ist! Die Inanspruchnahme der Eisenzeit, oder von Hallstatt
A, B, C – oder war es a, b, c, oder A-I, B-II, C-III...? Geschenkt!
Doch jetzt auch noch Adam und Eva einspannen! Da hört sich doch
– bei aller Toleranz gegenüber diversen Auswüchsen der
Keltomanie – der
Obsthandel (ob Apfel oder Granatapfel)
doch endgültig auf! Oder etwa nicht?
Das Christentum ist doch ganz sicher nicht in den keltischen Ostalpen
entstanden. Nein, wirklich nicht! Doch die zur „Missionierung”
unserer keltischen Ahnen notwendige Uminterpretation keltischen Glaubens
hat nicht zufällig massenhaft Parallelen mit der
Ausrottung anderer auf Muttergottheiten basierenden
Hochkulturen im Namen Christi, der sich darin trotz aller jüdischen
Abstammung vermutlich selbst nicht wieder erkannt hätte!
Zur Not fangen wir also mit unserer hintergründigen Aufklärung
sogar noch weit vor Adam und Eva an! Denn nicht nur
der Widerpart des Gottessohnes, der christliche Teufel
hatte eine Großmutter,
sondern auch Urmutter Eva! Und das Tolle daran: Die
kam justament aus dem heutigen Irak!
| Göttliche
Wurzeln im Irak |
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Als
zwischen Euphrat und Tigris vor vielen Jahrtausenden die Sumerer
lebten – denen wir übrigens die Tageseinteilung
in 24 Stunden, zu je 60 Minuten, zu je 60 Sekunden, und die Kreiseinteilung
in 360 Grad verdanken! – da glaubten die Vorvorfahren Saddam Husseins
(die von Bush und Co. waren vermutlich noch nicht ausgebrütet)
an eine Mutter-, Mond- und Liebesgöttin, die sie
Iahu, die erhabene Taube nannten und
auch mit einer Taube symbolisierten, einem Vogel, dem bis heute große
Lüsternheit und Paarungsbereitschaft nachgesagt
wird.
Für den göttlichen Akt der Paarung hatte Iahu,
mythologische Vorgängerin von Mutter- und Liebesgöttinnen
wie der babylonisch-assyrischen Ishtar, der vorderasiatischen
Aphrodite und der palästinensischen Jehwa,
nach ihrer obligaten „Urschlange” einen Sohngeliebten und
Heros Namens Jerubaal oder Jahwe.
Als Jahwe wurde der sumerische Heros schließlich
zu einem palästi-nensischen Atmosphäregott,
der schließlich in einem weiteren Schritt unter Anmaßung
weiblicher Titel und Kompetenzen in patriarchaler Zeit zum jüdischen
absoluten Vatergott Jahwe/Jehova mutierte!
Doch zurück zu den viel älteren Muttergöttinnen und Ahninnen
Evas: Vor Jahwe regierte im palästinensischen Himmel Jehwa
(auch Heba oder Hebe), selbst eine Erd- und
Schöpfergöttin nach klassischem Urmütter-Muster.
Sie schuf die Welt und alles Leben aus sich selbst heraus. Sie wohnte
in einem Obstgarten-Paradies. Und an Stelle eines Mannes
begleitete sie zuerst die Urschlange Jam, die im Laufe
der Zeit durch einen Heros und Sohngeliebten ersetzt
wurde, der den von ihr abgeleiteten Namen Abdi-heba oder Adam
trug. Beider Hauptkultort war Jerusalem.
Ja, hier können wir sagen „Es werde Licht”!
Nun beginnt es zu dämmern, und wir sind mit den aufgezählten
Schauplätzen, Namen und Attributen genau auf dem richtigen Weg:
Aus Urmuttergöttin Iahus „Nachfolgerin” Jehwa ging
einerseits Urmutter Eva hervor – und aus ihrem
Heros Abdiheba unser Adam, der ach so arme verführte
erste Mann! Andererseits schufen sich die Patriarchen der Juden zur
Rechtfertigung des eigenen Machtanspruch aus Jehwa ihren einen, allmächtigen,
allwissenden usw. „Gottvater”, der die
Urmutter als Eva „entsorgt” und aus ihrem Paradies vertreibt.
- Wobei er sich aber die Taube behält, die dann
in der christlichen Version nicht zufällig an der „Zeugung”
des Sohnes beteiligt ist!

Adam
& Eva im Paradies, Jakob de Backer, Groeningemuseum
Brügge
Damit könnten wir zum Thema Adam & Eva und ihrem bemerkenswerten
Festtag am 24. Dezember eigentlich Schluss machen.
Doch ginge uns dann noch ein Glied ab. Da nämlich mit der beschrieben
palästinensisch, jüdisch, „urchristlichen” Macho-Konstellation
in keltischen Landen – trotz vorangegangener
„Romanisierung” der städtischen Oberschicht –
kein „Staat” zu machen war, setzte die römisch-katholische
Staatskirche, auf eine eigene, eine „christianisierte”
Variante der Muttergöttinnen-Verehrung.
| Ersatz-Muttergöttin
Maria |
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In
den ehemals keltischen Ländern
ließ sich zum Ersatz der hier noch immer in vielen Gestalten verehrten
Muttergöttinnen nicht mehr auf Urmutter Eva bauen,
die in jüdisch-christlicher Interpretation in Umkehrung der Naturgesetze
aus ihrem Heros hervorgegangen (geboren) worden sein soll, um Erkenntnis,
Kinder und Unheil in die Welt zu bringen. An ihrer
Stelle setzte man(n) – neben diversen weiblichen „Heiligen”
– lieber auf die entsexualisierte zentrale „Ersatz-Muttergöttin”,
die „Gottesmutter” Maria,
deren legendärer Lebenslauf in Begleitung der Frauen um Jesus just
in Ephesos, dem Hauptkultort der omnipotenten kleinasiatische
Muttergöttin Artemis, geendet haben soll, wo gerade
Österreichs Archäologen mit besonderem Eifer graben.
Auch dahinter steckt systematische Überwindung der Konkurrenz:
Die von Maria in Ephesos symbolisch „überwundene” Artemis
war ursprünglich eine Göttin gewesen, die tatsächlich
der Muttergöttinnen-Trinität der Kelten -
den Drei Bethen - in wichtigen
Aspekten verblüffend ähnlich war. Sie war ähnlich Wilbeth
die Weiße Göttin, die Jagd- und Mondgöttin, deren Wagen
von einem Hirschgespann gezogen wurde. Artemis war aber insbesondere
auch die große Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin nach Art
der Ambeth. Und sie war
schließlich wie Borbeth
die Göttin des Todes und der Wiedergeburt!
Was im Einflussbereich der ehemals keltischen Galater
Kleinasiens funktionierte, das sollte nun wohl auch bei den europäischen
Nachfahren der Kelten klappen. In Ephesus wurde der Grundstein gelegt
und Maria im Jahre 431 per Konzil höchst offiziell zur Theotokos,
zur Gottesgebärerin – also Gottes
Mutter! – erklärt. Auf dieser Grundlage ließ
sich die Zukunft der Kirche auch in anderen Ländern mit dominantem
Frauenkult bauen!
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Mit ihrem Sohn Jesus war Maria
- die „bessere Eva” - schließlich
ein wesentlicher Teil in einem zugkräftigen Gespann, das
mit etwas Fantasie als „Ersatz” der bisherigen Konstellation
der Muttergöttin Rigani/ Ambeth mit ihrem
Sohngeliebten und Heros Esus durchgehen konnte.
Urmutter Eva hatte mit der „entsexualisierten”
ka-tholischen Variante der göttlichen Mutter zwar weitgehend
ausgedient. Doch als Ahnfrau sitzt sie noch heute
zu Weihnachten genau vor der Geburt Jesus durch Maria!
– Die Variante mit einer Mutter der Gottesmutter namens
Anna (vgl. Ambeth
oder Anabeth!) kam erst später über
die gallische Bretagne in die Alpen! Wenn´s wieder so weit
ist, denken Sie am 24. Dezember trotz aller Hektik
daran, dass das Urmutter Evas Tag ist, der Tag
der Frauen insgesamt – und die „Nacht
der Mütter”, in der sich die keltische Rigani
auf den Weg machte, ihren Sohn Cernunnos
zu suchen, um ihn per Heiliger Hochzeit in die Sommergestalt des
Esus zurück zu verwandeln!
Bild:
Eva, Hans Baldung Grien, 1524, Szépmuvészeti
Múzeum Budapest |
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Kurzsteckbrief:
Adam & Eva |
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| Namenvarianten:
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Abdiheba &
Heba, Jerubaal/Jahwe & Jehwa |
| Festtermin: |
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24.
Dezember |
| Namensdeutung: |
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Mensch
& Urmutter |
| Symbole: |
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Urschlange,
Taube, (Granat-) Apfel |
| Mythol.
Funktion: |
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Ureltern,
Urmutter und Heros |
| Parallelen
zu: |
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Iahu,
Ishtar, Aphrodite, Artemis, Rigani, Anna |
| Zugeh.
Bethe(n): |
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Wilbeth/Katharina,
Ambeth/Margaretha,
Borbeth/Barbara
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Alpine Verbreitg.: |
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Beginn des
15. Jh. |
| Buchtipps: |
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Heide
Göttner-Abendroth
Die Göttin und ihr Heros
Heilige zwischen Mythos und Legende
München (Verlag Frauenoffensive) 1997 |
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Theodora
Jenny-Kappers
Muttergöttin und Gottesmutter in Ephesos
Von Artemis zu Maria
Zürich (Daimon) 1986 |
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Otto
Holzapfel
Lexikon der abendländischen Mythologie
Freiburg (Herder) 2002 |
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©
Georg Rohrecker
Update:
02.12.2008
