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Häufige Fragen > Alpen-Germanen
Gab es in den Alpen Germanen?
Vor
den Römern nicht - aber seit den völkermordenden Nazis!
Ein Grundpfeiler
der Nazi-Ideologie war die Behauptung von der Auserwähltheit
einer nordisch-arischen, einer indo-germanischen
(sic!) Rasse, deren recht-mäßige
Erben die Nazis vorgaben zu sein. Nach dieser „Theorie”
war die Herren-Rasse der Germanen samt ihren Nachfahren
dazu bestimmt, sich die Erde Untertan zu machen und
die übrigen, „minderwertigen”, Rassen auszurotten oder
– nach klassischem Vorbild – zu versklaven. Der Schwachsinn
selbst ist längst entlarvt, doch im Bereich der Ostalpen
halten sich dennoch unverbesserliche „Widerstandsnester”,
in einer Art „spätgermanischer Alpen-Festung”!
Faktum ist, dass die „Germanen” als solche vor den Römern,
die unser Land ein halbes Jahrtausend besetzt hielten, niemals südlich
des „Weißwurst-Äquators” (Main-Linie)
„sesshaft” werden konnten, schon gar nicht in den Ostalpen!
Da waren überall Kelten, und die hatten nicht
die geringste Veranlassung, sich irgendwelche Nordmänner ins Haus
zu holen.
Als
jedoch Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhun-derts in Deutschland
die Nazis an die Staatsmacht kamen, kamen auch die alten Germanen
zu neuen Ehren. Der deutsche Imperialismus sah sein profitabelstes
Ziel in der Unterwerfung der konkur-rierenden Nachbarländer,
und die dazu gesponserten Hassardeure der NSDAP
versprachen, dies mit allen materiellen und geistigen Mitteln
umzusetzen. Zur ideologischen „Rechtfertigung”
griffen sie un-geniert in die historische Mottenkiste und zogen
aus dem behörnten Helm-Zylinder bzw. an den darin befindlichen
blonden Haaren z.B. die „Ariosophie” des Wieners Guido
von List (1848-1919) und andere abartige „Rassen-Theorien”
heraus.
Bild rechts: Ariosoph Guido von List (1848-1919) |
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Die
beamteten Historiker und Archäologen an den Hochschulen Deutschlands
(und später in den besetzten Gebieten), insbesondere jene der so
genannten Ur- und Frühgeschichte, hatten Konjunktur: Ihnen fiel
die Aufgabe zu, die territorialen Ansprüche Nazi-Deutschlands
durch passende Germanen-Relikte zu untermauern. Mit willfährigen
„Wissenschaftlern” kamen nach 1938 auch Universitäten
wie Wien, Graz und Innsbruck
einerseits zu Lehrstühlen in den passenden Disziplinen, und andererseits
die bislang keltischen Ostalpen zu den Germanen. – Der mit den
Germanen auch ideologisch vorbereitete Überfall des faschistischen
Deutschland auf Österreich samt gewaltsamen „Anschluss”
an das so genannte Dritte Reich, ist übrigens in der aktuellen(!)
Diktion des Instituts für Ur- und Frühgeschichte
der Universität Innsbruck (www2.uibk.ac.at/ urgeschichte/institut/geschichte.html)
eine „Angliederung” (sic!) gewesen –
und der dort 1942(!) eingesetzte Nazi-Ordinarius
blieb z.B. (mit kleiner Scham-Pause) bis 1967(!) Lehrstuhl-Inhaber!
- Warum wohl?
Doch die willfährigen Historiker und Archäologen waren nur
die Spitze des üblen „nordischen Eisbergs”.
Unter der Oberfläche breitete sich die germanisch-germanistisch
begründete „Aufnordung” der
Alpen viel subtiler und „volkstümlicher” aus.
Dazu leisteten die Vertrauensmänner in so „harmlosen”
Bereichen wie Volks- und Heimatkunde, Namen-Forschung,
Sprachinsel-Forschung (sic!), Ethnologie,
Sagen-Forschung, Brauchtums-Pflege
(sic!) usw. ganze (Germanisierungs-) Arbeit - zum Teil mit katholischer
Unterstützung!
Bei genauerer Betrachtung der Biografien der einschlägigen „Täter”
(von den „Spinnern” über die Opportunisten und Karrieristen
bis zu den Kriegsverbrechern) wird das Ausmaß
des gar nicht harmlosen Germanen-Schwindels und seine
nachhaltige Verbreitung bis ins Dritte Jahrtausend erschreckend deutlich!
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Bei
aller „Liebe” der Nazis für die tapferen Kelten:
das ideologische Fundament zum Herrschaftsanspruch
blieben ihnen die so genannten Germanen. Und
so schwören bis heute auch viele Museen
in den Ostalpen und in Süddeutschland (bzw. deren Kustoden)
auf diese Germanen. Die Devise lautet noch immer: Geh’n
ma Kelten verstecken! Die römisch-katholisch Ausgerichteten
machen ähnliches mit Hilfe der „Römer”,
vor denen es in den Ostalpen keine Kultur und
keine Geschichte gegeben haben kann. Die antiklerikalen „Neuheiden”
und ideologischen Nazi-Erben hingegen stürzen
sich bei ihren Präsentationen unserer angeblichen „Wurzeln”
mit kaum erlahmter Inbrunst auf die Fiktion von den
„Alpen-Germanen”, die es allerdings
– im Gegensatz zu den „Römern” - bei uns
nie als solche gegeben hat!
Bild
links: So sah man vor den Nazis die Germanen. |
Schauen
Sie sich in Ihrem nächstgelegenen Museum nach „Germanen”
um!
(Und vielleicht berichten Sie uns per Mail darüber!)
diekelten@sbg.at
©
Georg Rohrecker
Update:
24.01.2008
