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Die Kelten
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Sind Asterix und Obelix ernst zu nehmen?

In den Comics steht, was wir im Unterricht kaum erfahren!


Nur ein Kraftlackel wie Obelix konnte es sich – im Gegensatz zum auch ganz tapferen Avernerhäuptling Vercingetorix und seinen dennoch blutig geschlagenen Kampfgenossen von Alesia – leisten, die Römer nicht ernst zu nehmen: „Die spinnen, die Römer!” Umgekehrt hüten sich „Rom-treue” Kapazitäten der Altertumskunde – bis auf Ausnahmen – die Comic-Gallier Asterix und Obelix ernst zu nehmen! Sie lassen sich einiges entgehen, wenn sie sich nicht doch (heimlich) mit der Zeit alle Abenteuer von Asterix „hineinziehen”! Sie kommen nicht nur um jede Menge keltischen Spaß, sondern auch um wertvolle Einblicke in die Welt der Kelten!

Bei aller Übertreiberei und Vereinfachung, die gerade zu guten Comics gehören, wie das Salz in die Suppe, sind die von René Goscinny (Text) und Albert Uderzo (Zeichnungen) erschaffenen Gallierhelden Asterix & Obelix mit ihren - seit 1968(!) auch auf Deutsch erhältlichen - „Abenteuern” eine leicht verständliche und zum großen Teil verlässliche Quelle für eine Art „Grundwissen” zu den Kelten. Im wahrsten Sinne des Wortes „wie im Bilderbuch” sind in den bunten „Heftln” besondere Aspekte der Welt der Kelten dargestellt, die einfacher und prägnanter kaum beschrieben bzw. aufgezeichnet werden könnten.

Wenn Sie sich z.B. ein Bild davon machen wollen, auf welche Art vermutlich auch die Kelten der Ostalpen – im Gegensatz zu Vercingetorix, Asterix und Obelix – zur „Römerzeit” versuchten, sich mit den Eroberern zu arrangieren und sich ihrem Lebensstil anzupassen, dann finden sie passende Figuren im hintergründig lehrreichen Band 4, Der Kampf der Häuptlinge. „Ave Cäsar! Seid willkommen bei uns, geliebte Eindringlinge!” – Und da wird nicht nur die historische Anpassung von Teilen der Kelten an die Römer karikiert, sondern (in fast makabrer Aktualität) auch ein fataler Opportunismus nach Art voll im Trend liegender, sich (pekuniäre) Meriten erhoffender, „Paläste” bauender, um jeden Preis „modern” sein wollender, fortschrittsgläubiger, treudummer Dorf-Häuptlinge - nennen wir einen davon hier brav romanisierend Martinus Augenblix:



© Egmont Ehapa Verlag

Unabhängig von der Aktualität des Sternchens Asterix, der heute weit mehr ist als eine kleine Fußnote zu den Kelten: Wenn Sie wollen, können Sie sich mittlerweile bereits jede Menge professorale Gütesiegel für den Comic-Gallier und seine Freunde sichern. Die Bücher dazu gibt es längst, und wir machen daraus ernsten Gewissens zwei humorvolle
Buchtipps
:

+ Kai Brodersen (Hg), Asterix und seine Zeit, Die große Welt des kleinen Galliers, München (C. H. Beck) 2001;

+ René van Royen und Sunnyva van der Vegt, Asterix, Die Ganze Wahrheit, München (C. H. Beck) 1999.

Brodersen ist übrigens Professor für Alte Geschichte an der Uni Mannheim. Van Royen und Van der Vegt sind Dozenten für Altertumswissenschaften an der Uni Amsterdam. Also schlagen Sie zu - aber nicht zu fest!

Wer es vielleicht auch noch quasi authentisch haben will, den verweisen wir zu guter Letzt auf die offizielle deutsche > ASTERIX-SITE und auch noch auf die französische > ASTÉRIX-Website! So oder so: Viel Spass mit den unbeugsamen Galliern - auf welchen Seiten immer!


© Georg Rohrecker

Update: 14.03.2008

 

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