Statistics

Die Kelten Österreichs Druiden - Wilde Frauen - Andersweltfürsten ErlebnisWandern Tennengau Georg Rohrecker ErlebnisWandern Rund um Salzburg
 
Kelten-Erbe im
Wortschatz
 
 

Home > Kelten-Erbe > Worte & Namen > Wortschatz > Barde

Worte mit keltischem Hintergrund


Barde
Der, der die Stimme erhebt

Dass der Barde aus dem Keltischen kommt, ist spätestens seit Asterix und Obelix eine aufgelegte Sache. Der keltische bardos war ursprünglich einer, der „die Stimme erhebt”, also gereimte Reden schwingt. Nach den DruidInnen und Fili bildeten die Barden, die Meisterdichter den dritten Rang im keltischen Kultpersonal mit bestimmten Vorrechten. Ihre Lobreden galten ursprünglich mythologischen Helden und tapferen Königen und waren eine besondere Ehre. Wen sie mit Flüchen oder Satire bedachten, der konnte andererseits gesellschaftlich erledigt sein.

Die Barden selbst sanken in ihrem Ansehen im Laufe der Christianisierung. Während ein Teil dazu ausersehen worden war, als „höfische Beamte” das streng genormte und beaufsichtigte Lob des neuen christlichen Gottes anzustimmen und sich dem inhaltlichen Diktat des nunmehr tonangebenden Klerus zu unterwerfen, verlor gleichzeitig der andere, der „(vogel-) freie” Teil seine ehemals hervorragende soziale Stellung und sank in gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit und Armut. Derart freie (freigesetzte) Barden wurden zu „bettelnd” herumziehenden Minnesängern und Vagabunden.

Eine Art verklärt romantisierendeWiedergeburt” aus politischen Gründen erfuhren die so genannten Barden im 19. Jahrhundert ausgehend von Irland. Als in unseren Breiten verstärkt germanische Helden angesagt waren, kam es auf der Grünen Insel zur Stärkung des dortigen „National-Bewusstseins” zu einer Wiederbelebung des Keltischen - oder was dafür ausgegeben wurde - mittels fantastischer Barden-Revivals und einschlägig kostümierter Meetings und Wettkämpfe. Diese maskeradenartigen Events, die sich - nicht nur unter den Einheimischen - größten Zulaufs und entsprechender Beachtung erfreuen, haben mittlerweile alle nationalen oder sonstigen Grenzen überwunden und sich sowohl real als auch virtuell „world wide” verbreitet und banalisiert. Mittels Playstation und PC kann heute jeder seinen eigenen heruntergekommener Barden spielen. - Die sprachliche Wurzel ist jedenfalls keltisch!


© Georg Rohrecker

Update: 05.10.2008