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Häufige Fragen > Baumkult
Verehrten die Kelten Bäume?
Bäume
standen als symbolische Platzhalter für Heiliges!
Die Beziehung
der Kelten zu ihren „heiligen” Bäumen, war nicht so,
dass sie bestimmte Bäume und damit quasi „ein Stück
Holz” angerufen/angebetet hät-ten. – Die An-Bet(h)ung(!)
blieb natürlich und wörtlich den keltischen Bethen,
der Muttergöttinnen-Trinität, vorbehalten!
Gewisse, durch besondere Eigen-schaften ausgezeichnete Bäume konnten
jedoch zentrale symbolische Bedeu-tungen haben, also sichtbar und begreifbar
für etwas anderes Verehrungs-würdiges stehen, und sei es „nur”,
um einen „Heiligen Ort”, den Ort für
gemeinschaftliche heilige Handlungen, würdig zu markieren.
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Solche
Kultplätze, die also keine Baumkult-Plätze,
sondern Baum-Kultplätze waren, sind in den Ost-alpen
z.T. bis heute nicht auszurotten gewesen. Da diese „heidnischen”
Orte auch nach der „Christianisierung” un-seres Landes
bzw. seiner Bevölkerung weiter in Massen besucht wurden,
musste sich die römisch-katholische Kirche mit ihrem Alleinvertretungs-anspruch
etwas Wirksames einfallen lassen! So waren einerseits weniger
in-telligente „Missionare” daran gegan-gen, die markanten
Bäume als „heidni-sche” Symbole zu fällen.
Anderer-seits gelang es gewiefteren Klerikern, derartig tief im
Boden und in den Seelen verwurzelte Anziehungspunkte mittels angehefteten
Heiligen- oder Marienbildchen zu beliebten rö-misch-katholischen
Wallfahrts-Zielen um zu funktionieren. Derartige
Heilige Orte gibt es tatsächlich bis heute zu Tausenden über
ganz Österreich und die Alpen verstreut. |
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Verchristlichter
Baumkultplatz Maria Taferl, Stich von 1768 |
Im
Zusammenhang mit dem sogenannten Baumkult der Kelten ist übrigens
durchaus Vorsicht bis Skepsis angebracht bei den heute kursierenden
diversen „Keltischen
Baumkalendern”, die schon zu Millionen den globalisierten
Buchmarkt überziehen - was ja umgekehrt für deren Produktion
zigtausenden Bäumen das Leben kostet, wenn das Papier nicht „holzfrei”
ist! Der englische Poet Robert (von Ranke)
Graves hat in seinem sehr empfehlenswerten Buch „Die
Weiße Göttin, Sprache des Mythos” (rororo, re 416)
mit der Entschlüsselung des keltischen „Baum-Alphabeths”
(sic!) und der Zuordnung bestimmter Bäume und ihrer Symbolik in
Baum-Monate leider in gewisser Weise den Boden bereitet für den
derart entwurzelten „Baumkult” unserer Tage
– und für den Euro-Kult der geschäftstüchtigen
Baum-Kalender-Macher! Wenn also schon ein Baum-Kultbuch, dann das (vielleicht
etwas schwer lesbare aber schon lange vor Keltologen-Verriss wertvolle)
Pionier-Werk von Ranke-Graves! (Vgl. FAQ Maibaum!)
>Buchtipp:
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Robert
von Ranke-Graves
Die Weisse Göttin
Sprache des Mythos
Reinbek bei Hamburg (Rowohlt Taschenbuch) 2002. |
©
Georg Rohrecker
Update:
03.02.2007