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> Kelten-Erbe > Heiligengestalten
> Heiligengestalten C
> Cyriakus
Cyriakus
Nothelfer der Besessenen, Lichtpatron
& Exorzist - 8. August
Cyriakus
(„dem Herrn gehörig”) ist wie Achatius,
Christophorus und Vitus
ebenfalls ein „Nothelfer der Sterbenden”,
der für den mühsamen Job, an Stelle des Dagda,
Cernunnos und Lug(h) treten zu müssen
auch geköpft worden sein soll. Mit Bartholomäus
und Vitus teilt er sich das Einsatzgebiet der Teufels-austreiber und
Besessenenheiler. Cyriakus soll um 300, zur Zeit des berühmt berüchtigten
Kaisers Diocletian, Diakon (Gehilfe) des römischen
Bischofs Marcellinus gewesen sein. Zur selben Zeit hatte ein dummer
Teufel von Diocletians Tochter Artemia Besitz ergriffen
– dumm deshalb, weil er verriet, dass ihn nur Cyriakus vertreiben
könne! Tatsächlich soll darauf der kaiserliche Christenverfolger
nach dem frommen Diakon gerufen haben, der die Kaisertochter nicht nur
heilte, sondern auch gleich noch zur Christin taufte!
Zum Dank dafür schenkte Diocletian dem Cyriak ein Haus samt passendem
Bassin für die damals bei den Christen übliche Erwachsenen-Taufe.
Solche Wundertätigkeit spricht sich natürlich schnell herum.
Und weil auch der König von Babylon (heute Han
al-Mahawil, südlich von Bagdad) gerade
eine besessene Tochter hatte, kam Cyriak schon lange vor den Amis zum
Vertreiben des Bösen in den Irak, wo er nicht nur die Prinzessin
heilte, sondern gleich noch „viel Volks” taufte. Zurück
in Rom konnte er allerdings sein neues Haus samt Tauf-Pool
nicht recht genießen, weil Diocletian nach Dalmatien in Pension
gegangen war und Mitkaiser Maximian nicht davor zurück
schreckte, den armen Cyriakus um einen Kopf kürzer machen zu lassen.
Die Köpferei, die auf einen starken Lichtaspekt hinweist, teilt
Cyriak u.a. mit den Nothelferkollegen Blasius,
Christophorus und Dionysius.
Doch die Höhepunkte der Cyriakus-Legende sind selbst voller Anspielungen
auf die „Überwindung” vorchristlicher Lichtkulte. Hinter
der Kaisertochter Artemia steckt natürlich Artemis,
die ursprüngliche skythische Sonnengöttin aus Ephesus, die
die Griechen der Antike zur „Schwester” ihres Sonnengottes
Apollon machten. Was Cyriaks „Auslandeinsatz”
im Irak betrifft, stellen wir fest, dass in Babylon das Haupt-heiligtum
des Heros der Muttergöttin Ishtar, Marduk, stand,
dessen Name mit „Jung-Stier der göttlichen Sonne” zu
übersetzen ist.
Und Cyriaks Festtag, der 8. August – also eine
Woche nach dem 1. August oder Lugnasad –, weist
deutlich auf seine Rolle in ehemals keltischen Ländern hin: Die
mühsame Vertreibung des Lichtheros der Kelten Lug. Zwar soll dieser
seltsame Patron und Teufelsaustreiber Cyriakus schon
mancherorts im 8. Jahrhundert sein Wesen getrieben haben, etabliert
werden konnte er in den Ostalpen allerdings erst im 15. Jahrhundert.
Einen Aspekt des späten Nothelfers der Sterbenden und der
Besessenen wollen wir zum Schluss nicht unerwähnt lassen:
In der Pfalz ist Cyriakus auch Patron des Weinbaus,
dem die ersten Trauben geopfert werden! – Das hat aber sicher
weniger mit teuflischer Besessenheit als mit dem Geist weiser Inspiration
zu tun!
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Kurzsteckbrief:
Hl. Cyriakus |
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| Namenvarianten:
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|
Kyriakos, Quiricius, Cyriak |
| Festtermin: |
|
8.
August (16. März) |
| Namensdeutung: |
|
Dem Herrn gehörig |
| Symbole: |
|
Drache, Teufel,
Kaisertochter |
| Mythol.
Funktion: |
|
Nothelfer
der Sterbenden, Teufelsaustreiber, Viehpatron, Weinpatron, Wetterheiliger |
| Paralellen
zu: |
|
Lug,
Achatius, Bartholomäus,
Blasius, Christophorus,
Dionysius, Vitus
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| Zugeh.
Bethe(n): |
|
Borbeth/Barbara |
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Verehrungsorte: |
|
Ancona, Altdorf/Elsass,
Bamberg, Haidkirchen im Krappfeld, Hohenthurn, Pfarrwerfen |
|
Alpine Einführg.: |
|
Mitte des 15.
Jh. > Nothelfer |
| >
Buchtipp: |
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Georg
Rohrecker
Kelten - Götter - Heilige
Mythologie
der Ostalpen
Wien (Pichler)
2007 - Erscheint im September |
|
©
Georg Rohrecker
Update:
30.12.2007

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