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Die
Kelten |
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> Die Kelten >
Häufige Fragen > Deutsch oder Keltisch
Warum sprechen wir Deutsch
statt Keltisch?
Die
herrschende Sprache ist die Sprache der Herrschenden!
Manche
Fragen werden zwar nicht so häufig gestellt. Doch wenn
sie - wegen möglicher ideologischer Überfrachtung - emotional
aufgeladen und je nach Auf-stoßen in ähnlicher Form
von Zeit zu Zeit zu erwarten sind, sollen sie hier auch - samt erstem
Anlass-Frage-Beispiel im Originaltext
(Tippfehler u.ä. stillschwei-gend bereinigt) dargestellt und beantwortet
werden. Hier die zum Thema „Warum
Deutsch statt Keltisch” an uns gestellte
Original-Frage:
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„Sehr
geehrte Damen und Herren, warum
ist die Sprache der Österrei-cher und Schweizer Deutsch (Germanisch)
und nicht Keltisch?
Dass die Germanen unterhalb vom 'Weißwurstäquator'
niemals sesshaft geworden sind, ist erfunden, nicht wahr?
In den Tälern Südtirols z.B. sind Hunderttausende
Germanen (Lango-barden, Markomannen, Alemannen, Cherusker)
sesshaft geworden, was geschichtlich nachgewiesen werden kann.
Nicht umsonst ist unsere Sprache Deutsch.
Woher wissen Sie, dass die Kelten mit den Germanen nicht verwandt
sind? Warum sind ihre Kulturen so sehr ähnlich,
sowie ihr Aussehen und ihre Kriegsführung?
Selbst die keltische Identität beinhaltet indogermanische
Elemente.
Mich würde nur interessieren, warum man in den Ostalpen Deutsch
spricht, falls Sie trotzdem Recht hätten? Denn Tirolerisch
z.B. stammt vom Süd-germanischen.” (M.K.) |
„Ist-ganz-leicht”-Antwort:
Sehr geehrter Herr K.!
| Warum
ist die Sprache der Iren Englisch!?
Theoretisch wäre die „Hauptamtssprache”
(laut Verfassung) das „Irische
Gälisch”, doch praktisch versteht's dort kaum
wer, und sprechen können's noch weniger! Sprache ist Herrschaftsinstrument!
Wer herrscht [in Irland z.B. bis ins 20. Jh. die Engländer],
bestimmt die herrschende Sprache! (Da ist gerade Süd-Tirol
ein sehr aktuelles Beispiel für die Problematik!) Bei uns
in den Ostalpen wurde sicher nie
„Germanisch”
gesprochen! Offen gesagt: Diese Sprache gab es
überhaupt nicht! Und auch „Indo-Germanisch”
war nie eine Sprache, auch wenn es eine indo-europäische
Sprachfamilie gibt!
Abb.
re.: Verbreitung des irischen Gälisch in Irland |
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Und zu guter Letzt gab's schon einige Zeit keine „echten
Germanen” mehr, als bei uns, so ungefähr ab dem
6. Jahrhundert, nach keltischen und romanischen Umgangssprachen - als
Dialekte der Herrschenden - langsam das
„Teutsche”
Einzug hielt. Um diese Zeit lebten selbst in den hintersten Tälern
Südtirols keine waschechten „Germanen”!
Auch wenn Andreas Hofer meinte, gegen Bayern und Franzosen (nicht gegen
„die
Italiener”) zu kämpfen, hat sich die Vorstellung, dass es
unterscheidbare „Volksstämme”
oder „Rassen”
gäbe oder gegeben hätte, trotz Millionen Opfer wissenschaftlich
nicht durchgesetzt.
Überspitzt formuliert hat es weder „reinrassige
Germanen” noch solche „Kelten”
jemals gegeben! Tatsächlich gibt es weder Germanen- noch Kelten-Gene!
Es gab aber z.B. etwas, das sich heute als „Keltische
Kultur” beschreiben lässt - Und die war dem, was
als „Germanische
Kultur” bezeichnet werden könnte, wegen „günstigeren”
Rahmenbedingungen hierzulande, in ihrer Entwicklung um einige Jahrhunderte
voraus!
„Keltische”
und „germanische”
Kultur waren zwar - wie es der menschlichen Ent-wicklung allgemein entspricht,
„entfernt
verwandt” aber, aufgrund der unter-schiedlichen
Entwicklungsstufen, wenig „ähnlich”!
Doch beide endeten ohnehin (wegen „Feind-Einwirkung”)
in Sackgassen. Die eine auf höherer, die andere auf niederer Stufe.
Wobei das „niederere”
Element über die „germanischen”
Franken, die an allen Ecken und Enden und in aller
Peinlichkeit justament die beutegierigen „Römer”
imitierten (bis hin zu Carolus/Karl, der sich zu seiner, von ihm dem
Papst befohlenen, „Krönung”
in Rom[!] als Cäsar/Kaiser mit Fantasie-Toga verkleidete), letzlich
- im ertragreichen Zweck-Bündnis mit der Römisch(!)-katholischen
Kirche - blutbefleckter „Sieger”
auf dem Kampfplatz der Kulturen blieb.
Diese glorreiche Entwicklung bescherte uns im „Christlichen
Abendland” auch ein recht „finsteres
Mittelalter” [als Basis der „Neuzeit”]
- während die gebildeten islamischen Mauren in Nordafrika und Südspanien
für uns das Licht der wissenschaftlichen Erkenntnisse der griechischen
Antike bewahrten und weiter entwickelten - auch wenn das keltische Licht
unterging!
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Ironie
der Geschichte: Das faschisti-sche Siegesdenkmal in Bozen
steht mit seinen pseudo-römischen Symbolen mitten in Südtirol
leider ziemlich genau an der „richtigen”
Stelle! (Soweit auch zur Kriegsführung!) Tatsache ist: Wäre
es nach Hitler und Mussolini gegangen und im Sinne ihres Options-Deals
- konkret der „ethnischen
Säuberung” - spräche heute in Südtirol/Alto
Adige offiziell wohl niemand mehr Deutsch oder gar „Süd-Germanisch”,
was immer das sein könnte!
Abb.
li.: Das faschistische Siegesdenkmal in Bozen mit den symbolischen
röm. Fasces |
Vielleicht sollten wir froh sein, dass wir neben römischer und
germanischer Ver-gangenheit doch auch tiefe keltische Wurzeln
haben - auch wenn wir als „Be-trogene
der Geschichte” der Sprache unserer eigenen Urahnen,
des ostalpinen
„Keltischen”,
nicht mächtig sind. Wir von den Kelten-Seiten
versuchen im-merhin, der „römisch-germanischen”
Vereinnahmung und dem damit einherge-henden Missbrauch zum Wohle der
davon unterscheidbaren eigenen Identität ein wenig entgegen zu
wirken! Während unsere Keltologen-Mäulchen sich ihre Lippen
gekonnt kokett mit Irlands Bierschaum netzen!
Pst! Obelix! Ist schließlich nix gegen die zum Großteil
in der Wolle braun gefärbten Ortsnamenkundler
und „Sprachkanzlisten”,
die von ihren Bollwerken aus bis heute „nachweisen”,
dass es bis ans Schwarze Meer „Sprachinseln”
Südtiroler bzw. Bayerischer Dialekte gibt, die von der Berufung
der „germanischen
Rasse” künden, sich den Raum im Südosten
auch nach dem Ende des „Dritten
Reiches” zurück zu erobern! Zumindest „Serbien
muss sterbien”! - Was dzt. nach zwei auch sprachlich begründeten
(doch nicht?) gescheiterten Weltkriegen mit kräftiger Teutscher
(und im Schlepptau Österreichischer) Hilfe mit Erfolg vorexerziert
wird! Kurzum: Die gründliche
Arbeit
deutschösterreichischer
Sprach- und „Südost-Europa”-„Forschung”
half fleißig mit, endlich doch noch einschlägige Nazi-Kriegsziele
zu erreichen! (Übrigen soll die Schrift nicht
von den Sumerern, sondern im heutigen Serbien erfunden
worden sein!)
©
Georg Rohrecker
Update:
07.09.2008

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