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Drei Könige
Die
Heiligen Drei Könige
Weder heilig, noch 3, noch Könige,
noch K+M+B! – 6. Jänner
Die
Geschichte, dass da weder Heilige, noch drei, noch Könige
vor rund zweitausend Jahren nach Bethlehem kamen, ist ja nicht mehr
besonders neu. Im „Evangelium nach Matthäus”,
mit dem das so genannte Neue Testament redaktionell beginnt, ist lediglich
die Rede davon, dass „Sterndeuter (Magier) aus
dem Osten” gekommen seien (Mt 2, 1-12), von denen auch
keine Namen genannt werden. Geschenkt! Schließlich ist auch der
Name des Verfassers des Matthäus-Evangeliums gar nicht wirklich
bekannt! – Aber das beschäftigt uns an dieser Stelle gar
nicht, wo wir doch schließlich den Verbindungen zum keltischen
Erbe, der für die Christianisierung notwendigen Kompatibilität
mit demselben, nachspüren.
Da geht es schon eher um die in die Welt gesetzten Vorstellungen von
„heiligen” und „göttlichen” Trinitäten!
Und diesbezüglich tat sich im 3. Jahrhundert nach Christi Geburt
schon der Theologe Origines aus Alexandria (185 –
254) hervor, der seine hellenistische Philosophie von der Dreiteilung
des Menschen (Körper-Geist-Seele) auch auf die legendären
Magier des Matthäus-Evangeliums übertrug,
bevor ihn ein eigenes Konzil mit Lehrverbot belegte, dem sich Origines
allerdings durch Abwanderung entzog. Was den eigenen Körper
betrifft, soll sich der Mann übrigens selbst kastriert haben, um
nach Art der Kybele-Priester verstümmelt besonders
heilig leben zu können!
Die Mutter des späteren Kaisers Konstantin, Helena,
war zwar als ehemals britische „Animierdame” aus anderem
Holz bzw. Fleisch und wurde auch heilig. Doch dafür fand sie anlässlich
einer speziellen Fact-finding-mission für ihren „frommen”
Sohn und seine neue „christliche” Hauptstadt Konstantinopel
neben dem Holz-Kreuz Christi u.a. auch die Reliquien der drei
Magier von Bethlehem.
Als weiterer Experte machte sich Cäsarius von Arles
(470 – 542), seit 513 römisch-katholischer Metropolit Galliens,
einschlägig „verdient”: Er erklärte die legendären
Drei zu Königen, die dann bis ins 9. Jahrhundert endlich mit den
heute bekannten Namen Kaspar, Melchior
und Balthasar ausgestattet wurden.
Ihre
begehrten „Reliquien” sollen – so
lautet zumindest die fromme Propaganda seit den Karolingern - schon
bald nach Kaiser Konstantins Tod von der oströmischen Metropole
Konstantinopel in die weströmische Mailand gebracht
worden sein, wo sie schließlich von Kaiser Friedrich Barbarossa
geraubt und seinem Kanzler Rainald von Dassel, Erzbischof von Köln,
geschenkt wurden, auf dass dieser engagierte Kleriker und Soldat seinen
prächtigen Dom am Rhein damit schmücke!
| Raub
und Etikettenschwindel für einen guten Zweck? |
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Dass
die Anfangsbuchstaben des weit gereisten Trios „K+M+B”
mit denen der, in den Ostalpen seit bald 1000 Jahren allgegenwärtigen,
Frauen-Trinität Katharina+Margaretha+Barbara
ident sind, ist natürlich kein Zufall. In beiden Fällen ging
es um den heute leicht durchschaubaren Versuch, die bis weit ins zweite
nachchristliche Jahrtausend tief verehrte, uralte keltische Bethen-Trinität
endlich durch katholische Alternativen zu ersetzen.
Das unfruchtbare Bemühen wird trotz versuchter Verschleierung letztendlich
gerade in den Namens-Spielen und Initialen-Deutereien sichtbar! Wie
die schwarze Barbara,
die weiße Katharina
und die rote Margaretha
mit ihren Vorfahrinnen Borbeth,
Wilbeth und Ambeth
bis in die Symbolfarben übereinstimmen, so war Kaspar
der schwarze Schatzmeister, Melchior der weiße
König des Lichts und Balthasar der „christianisierte”
rote Belsazar oder Baal(!), der Stierheros
der syro-phönikischen Kuhgöttin und Herrin des Himmels Anath,
mythologische „Schwester” der fruchtbaren keltischen Ana-beth
oder Ambeth!
Die eifrigen Sternsinger können ja nichts dafür
– und bei den „kirchenoffiziellen” ist ihre Geldspende
sicher trotz aller Umdeutung gut angelegt!: K+M+B oder C+M+B
bedeutet weder Kaspar, Melchior und Balthasar, oder gar, dass Christus
das Haus segnen möge. Unsere keltischen Ahnen beschworen den Schutz
ihrer göttlichen Frauentrinität der Drei
Bethen mit drei symbolischen Kreuzen über der Tür
– vermutlich so: X X X! Und als das Schrifttabu
nicht mehr galt und auch die „Nothelferinnen” Katharina,
Margaretha und Barbara eingeführt waren eben: K+M+B,
mit dem dritten + über dem zentralen M! (Mehr
dazu unter Drei-König-Brauchtum)
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Kurzsteckbrief:
Hl. Drei Könige |
^ |
| Namenvarianten:
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Kaspar (Gaspard, Jasper), Melchior,
Balthasar |
| Festtermin: |
|
6.
Jänner |
| Namensdeutung: |
|
Schatzmeister,
Lichtkönig, Fürst des Glanzes |
| Symbole: |
|
Gold, Weihrauch,
Myrrhe (klass. Mithras-Opfer) |
| Mythol.
Funktion: |
|
Lichtbringer,
Weise |
| Parallelen
zu: |
|
Apollon, Belenus,
Cernunnos, Dagda, Lug, Zarathustra |
| Zugeh.
Bethe(n): |
|
Wilbeth/Katharina,
Ambeth/Margaretha,
Borbeth/Barbara |
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Verehrungsorte: |
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Mailand, Köln,
Elmen (T), Lermoos, Nassereith |
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Alpine Verbreitg.: |
|
Mitte des 14.
Jh. |
| Buchtipps:
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Georg
Rohrecker
Kelten - Götter - Heilige
Mythologie
der Ostalpen
Wien (Pichler)
2007 - Erscheint im September |
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Sigrid
Früh
Der Kult der Drei Heiligen Frauen
Märchen, Sagen und Brauch
Bern (edition amalia) 1998 |
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Lore
Kufner
Getaufte Götter
Heilige zwischen Mythos und Legende
München (Verlag J. Pfeiffer) 1992 |
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Erni
Kutter
Der Kult der Drei Jungfrauen
Eine Kraftquelle weiblicher Spiritualität
neu entdeckt
Norderstedt (Books on Demand) 2003 |
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Inge
Resch-Rauter
Unser Keltisches Erbe
Flurnamen, Sagen, Märchen und
Brauchtum als Brücken in die Vergangenheit
Wien (Teletool) 1994 |
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Hans
Christoph Schöll
Die drei Ewigen
Eine Untersuchung über germanischen Bauernglauben
Jena (Diederichs) 1936 (bei S. Früh - s.o. - abgedruckt) |
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©
Georg Rohrecker
Update:
06.03.2008

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