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> Drei König
Drei-König-Bräuche
(6. Jän.)
In welchen Gestalten
die 3 Bethen bis heute so herumkommen
Die Bayern
und die Österreicher können sich über
die Drei Kini (Drei
Könige) nicht beschweren! Schließlich verdanken
sie ihnen einen eigenen Feiertag im gerade erst angelaufenen neuen Jahr!
Ins einschlägige ostalpine Brauchtum rund um den
Jahreswechsel wurden die Gestalten aus dem Matthäus-Evangelium
aber eher „hineingetreten” als sie selbst – abgesehen
von der zeitlichen Nähe zu Christi Geburt – etwas damit zu
tun hätten. Im Grunde ist auch dieses angebliche Trio bei uns nichts
anderes als einer der vielen Auswüchse des (hatscherten) Versuchs,
der heimischen Verehrung der keltischen Bethen-Trinität
Herr zu werden!
| Die
magische Formel mit den drei Buchstaben K(C),
M, B und mit den drei Kreuzen,
die in den Ost-Alpen am Drei-Königs-Tag von den „Stern-Singern”
über den Türen angebracht, und nunmehr mit dem Satz
„Christus Mansionem Benedicat”
(Christus segne dieses Haus!) gedeutet, wird, kann kaum über
den uralten „heidnischen” Hintergrund hinweg täuschen!
Es legt ihn samt seinem Drumherum relativ leicht offen: Der Ursprung
des Rituals geht auf verdrängte und verteufelte
keltische Wurzeln zurück, bei denen das Jahreswende-Fest
der Kelten und ihre Bethen, als mütterliche
Beschützerinnen und Seelen-Beglei-terinnen,
eine zentrale Rolle spielten! |

Sternsinger,
Jan Steen (1626-79) |
Was seit der Zeit der Gegenreformation in böser Absicht auch als
gefährlichste Perchtennacht oder schlimmste Rauhnacht
interpretiert wird – und von den Nazi-Ideologen und „Brauchtumshütern”
begierig weiterentwickelt wurde – geht auf den wichtigsten Glücks-Termin
der Kelten, auf die Samhain-Nacht
(31.Okt./1.Nov.) zurück! In dieser Nacht stand die Tür zur
paradiesischen Anderswelt
offen und die Seelen der verstorbenen Familienmitglieder
konnten unter der Führung der Bethen – insbesondere der Berg-
und Wintermutter Borbeth,
auch als Betten-Schüttlerin Holle (Heilige) oder
Holler-Mutter bekannt – ihr ursprüngliches Heim besuchen,
um dorthin Glück zu bringen.
Die Bethen oder „Berchten” und ihr Gefolge an Seelen
(als Kelten natürlich alle „ungetauft”) sollten dabei
nicht beobachtet werden. Was weiter nicht schwierig war, da zu dieser
Zeit ohnehin das große Fest der dörflichen
Gemeinschaft stattfand! Im Zeichen der sprichwörtlichen Gastfreundschaft
der Kelten, war es aber üblich, der Bethen- und Seelenschar symbolisch
den Tisch zu decken und – nachdem die Hausbewohner
wieder vom Gemeinschaftsfest zurückgekehrt waren und Haus und Hof
mit dem neuen Hl. Feuer gereinigt (geräuchert)
hatten – den durch die Bethen erneuerten Schutz
mit ihrem Symbol, den drei Kreuzen, über den Türen
zu manifestieren. - Die Initialen K+M+B der ab dem
11. Jh. als Bethenersatz eingeführten „Heiligen Drei Madln”
(Katharina + Margaretha
+ Barbara) kamen erst viel später
dazu!
Was hat aber nun der keltische Rummel um den 1. November
(Samhain - heute Allerheiligen/Allerseelen)
mit dem über zwei Monate späteren Termin 6. Jänner
zu tun? Die Antwort ist – trotz Jahrhunderte geübter Verwirrung
– recht einfach: Da das keltische Neujahrsbrauchtum (Besuch der
Bethen, Räuchern
usw.) nicht aus-gerottet werden konnte, wurde es je nach Aspekt verteufelt
oder in die „neuen” Rituale zu den „neuen” gültigen
Terminen integriert. Und diesbezüglich tat sich, insbesondere was
den Beginn des „Neuen Jahres” betrifft, eine große
Bandbreite an (umstrittenen) Terminen auf, die von der astronomischen
Wintersonnenwende (21. Dez.), über
den Geburtstag des Sonnen- oder Christengottes (24./25.
Dez.), dem kalendarischen Jahresbeginn (31.
Dez./1. Jan.) bis zum nachge-henden Julianischen Kalender (6.
Jan.) reicht, den die Ost-Kirchen beibehalten haben.
Bei Licht betrachtet ist es weiter nicht verwunderlich,
dass die magische Formel, welche die Sternsinger „zum letzten
Abdruck” (möglichen Termin) am 6. Januar mit geweihter Kreide
neu anschreiben, in manchen Gegenden z.B. schon am „Thomastag”
– also zur Wintersonnenwende – oder zu Weihnachten
rituell angebracht wird. (Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens)
Alle diese Termine sind folgerichtig auch als „Rauhnächte”
oder Perchten-Nächte bekannt. Ihre Dämonisierung
ist ebenso dummer Schwindel, wie die „neu-heidnische” Erfindung
von „Schiach-Perchten”,
die im Zeichen pervertierten „Brauchtums” mit Monsterzügen
zunehmend den christlichen Teufel
vulgo Krampus im Gefolge des ausgewiesenen Bethen-Heros
Nikolaus verdrängen.
| Buchtipps:
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Hans
Bächtold-Stäubli (Hg.)
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens
Band 2, C. M. B. - Frauentragen
(Reprint der Originalausgabe 1930)
Augsburg (Weltbild) 2005. |
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Sigrid
Früh
Der Kult der Drei Heiligen Frauen
Märchen, Sagen und Brauch
Bern (edition amalia) 1998 |
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Inge
Resch-Rauter
Unser Keltisches Erbe
Flurnamen, Sagen, Märchen und
Brauchtum als Brücken in die Vergangenheit
Wien (Teletool) 1994 |
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©
Georg Rohrecker
Update:
13.12.2008
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