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Egl- und Egelseen
Keine Blutsaugertümpel, sondern Andersweltpforten!

Wer die kleinen bis winzigen Egel- oder Eglseen, die es über Österreich verstreut zu Tausenden gibt, kennt, schwärmt sicher von deren beeindruckend romantischen Lagen. So anziehend sie sein mögen, so sehr schrecken sogar ihre Fans vor ihnen zurück, sollen sie doch ihre Namen einst deshalb erhalten haben, weil sie voll von hungrigen Blutegeln, blutsaugenden Ringelwürmern mit Saugnäpfen an beiden Körperenden, sind! Und wer wird schon gerne unfreiwillig zu Ader gelassen!?

Es ist höchst an der Zeit, nicht nur endlich Entwarnung zu geben, sondern gleich auch eine üble Verleumdung nach leider hinlänglich bekanntem Muster aufzudecken! Die Eg(e)lseen haben ihre Namen ganz sicher nicht von unersättlichen kleinen Blutsaugern! Den haben ihnen nämlich weit größere angedichtet, um insbesondere endlich die „heidnische” Konkurrenz zu erledigen und den Zulauf zu ihren heiligen Plätzen durch Gräuelpropaganda zu unterbinden!

Der Name der Eglseen kam nämlich in keltischer Zeit zustande und bezog sich auf ihre heilige Funktion als Eingänge in die keltische Anderswelt (vgl. kelt. agios, gr. hagios = heilig) und heilmachende „Jungbrunnen”, bei denen unmittelbarer Kontakt zur Großen Muttergöttin und Heilerin bestand! An diesen besonderen Stellen scheint es leider über Jahrhunderte recht wirksam gelungen zu sein, die Menschen von ihrem keltischen Erbe radikal zu entfremden!

Doch die Zeit der erzwungenen Dummheit mag zu Beginn des Dritten „nachchrist-lichen” Jahrtausends zu Ende gehen! Heute halten nur noch die ziemlich niederen Wassertemperaturen vom erfrischend verjüngenden Bade ab. - Aber so ging es schon unseren keltischen Ahnen mit den ihnen heiligen Jungbrunnen und Verjüngungs-Teichen!


© Georg Rohrecker

Update: 30.12.2007

 

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