Statistics

Die Kelten Österreichs Druiden - Wilde Frauen - Andersweltfürsten ErlebnisWandern Tennengau Georg Rohrecker ErlebnisWandern Rund um Salzburg
 
Die Kelten
Basis-Information
 

Home > Die Kelten > Häufige Fragen > Eisen

Welche Rolle spielte Eisen bei den Kelten?
Die ostalpinen Kelten schufen das beste Eisen der Antike

Der historisch nachweisbare erste Gebrauch von Eisen fand zwar im sogenannten Nahen Osten zwischen Kleinasien, dem Irak und Ägypten statt. Doch wurde dieses Eisen noch nicht gezielt hergestellt, sondern fiel als Nebenprodukt (z.B. bei der Bronzeherstellung) an, das noch kaum praktische Bedeutung hatte. Im 13. Jahrhundert vor Christus begann der allmähliche Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit, die gekennzeichnet war von der Herstellung eiserner Werkstücke anstelle ehemals bronzener.

So sehr es von Anatolien über Mesopotamien bis an die Ufer des Nils in Sachen Eisen-Erzeugung und -Verarbeitung historische „Pionierleistungen” gegeben haben mag: Den technologischen Höhepunkt erreichte die Eisenverarbeitung um die Mitte des letzten Jahrtausends in den Ostalpen, wo sich die Metallurgie – frei von den innovationsfeindlichen Fesseln der Sklavenarbeit – bereits seit der Bronzezeit weit günstiger entwickeln konnte, als in vielen anderen Teilen der damals bekannten Welt.

Aus der ostalpinen Sicht schloß zwar wirtschaftlich um 1250 v. Chr. an die Bronzezeit ursprünglich eher eine Art „Salz-Zeit” an, doch erlaubt die damalige Weiterentwicklung der - schon bei der Gewinnung und Verarbeitung des Kupfers - hervorragenden Metallurgie durchaus auch die (vereinfachende) Gleichsetzung der frühen Eisenzeit mit der frühkeltischen Hallstattzeit, deren Schwelle ebenfalls um 1250 v. Chr. angegeben werden kann! (Daran ändert auch das ZDF nichts, das am 8.1.2006 in einer Staffel der Terra-X-Serie behauptete, das Norische Eisen sei eigentlich ein außerirdisches Geschenk des inferioren Chiemgau-Komet gewesen, der um 500 v. Chr. über dem Chiemsee explodiert sei!)


Kelt. Waffen aus Förk, LM Klagenfurt
Das Norische Eisen unserer Ahnen erreichte zuletzt stahlähnliche Güte und wurde schließlich zum begehrtesten Werkstoff der Antike, und zum wichtigsten Rüstungsgut der Militärmaschinerie des Römischen Imperiums - was in den keltischen Ostalpen sowohl zu einer Verlagerung vom Handelsgut Salz zum Eisen, als auch zu einer Verlagerung der kulturellen Dominanz von der Alpennordseite zu den norischen Eisen-Zentren des Südens führte.

Diese Zentren der keltischen Eisenproduktion und des Metallhandels zogen insbesondere keltoromanischen Großhändler aus Aquileia, der Metropole der seit 190 v. Chr. römischen Provinz Gallia cisalpina an, die sich u.a. im keltischen Oppidum auf dem heutigen Magdalensberg niederließen. Über diese römischen Vorposten betrieb dann nicht zuletzt Julius Cäsar, ab 58 v. Chr. Prokonsul der Gallia Cisalpina, die Aufrüstung seiner aus vier staatlichen und zwei - später vier - (illegalen) privaten Legionen bestehenden Armee mit Waffen aus Norischem Eisen, um noch im selben Jahr seinen Gallischen (Privat-) Krieg anzuzetteln, den er im Jahr 52 v. Chr. mit der Kapitulation der Gallier unter Vercingetorix nach der Schlacht bei Alesia extrem gewinnbringend abschließen konnte.


Späte Rache: Das Ende des Gallischen Krieges bei Alesia im Comic - © Egmont Ehapa Verlag

Die - quasi mit den eigenen Waffen geschlagenen - Kelten Galliens verloren Millionen Menschen. Cäsar gewann aus dem Krieg ein astronomisches Vermögen. Seine (fremdfinanzierte) Investition in Norisches Eisen hatte sich für ihn ausgezahlt.


© Georg Rohrecker

Update: 04.02.2007

 

SITEMAP