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Kelten-Erbe
in den Flur- & Landschaftsnamen
Keltische Schätze hinter
germanisierendem Mummenschanz
Für
den Alltagsgebrauch hatten die Kelten auf ihren Verkehrswegen und in
der Landschaft ein ausgeklügeltes System zur Orientierung
eingerichtet, das sich in den Flurnamen und Landschaftsbezeichnungen
ausdrückte. Wobei es dabei nicht nur um die simple Orientierung
im Gelände ging, sondern auch um eine solche auf dem Lebensweg
unserer keltischen Vorfahren.
Ungeachtet aller späteren Überlagerungen oder Verdrängungen
bietet uns bei genauerem Hinsehen der heimische Fundus an Flur- und
Geländenamen einen erstaunlichen Überblick über ein sehr
eng geknüpftes Orientierungsnetz, in dem deutsche
Interpretationen, denen sich ostalpine Opportunisten willig
an-schlossen, leider viel zu oft nur sinn- und heillose Verwirrung
stiften konnten! (Wie jüngst in Bürmoos, das - mit hundertfünfzig
jährigem Bart - gut- oder eher schlechtachterlich von den Birken
kommen sollte!)
Bei dieser zwanghaften „Germanisierung” kamen nicht nur
die keltischen Wurzeln, sondern sogar die mühsam etablierten römisch-katholischen
Kirchenpatrone unter die hölzernen Räder, die da auf einmal
rollten für den „nordischen” Sieg! Eine Irlacher
Au, die in einer Gemeinde namens St. Georgen
(an der Salzach) - im Dialekt Sand Iring genannt - unzweifelhaft vom
Georg- oder (J)Irglbach (Irlach) abgeleitet ist, musste z.B. treudeutsch
und artgrecht auf banale, aber umso germanischere Erlen umgedeutet werden!
Und eine andere Au, die Elmau bei Fuschl im Salzkammergut,
wurde von einschlägigen „Heimatforschern” mit einer
Ulmen-Herkunft vergewaltigt, obwohl der Fuschler Kirchenpatron ganz
unzweifelhaft Erasmus vulgo
„Elmo” heißt! Papier mag vielleicht
geduldig sein, auch wenn es nicht aus Birken-, Erlen- oder Ulmenholz
gefertigt, sondern holzfrei ist! Doch derartige Dreistigkeit - oder
Dummheit? - bei der Flurnamendeuterei sollte geraume Zeit nach dem Germanenwahn
lieber mit ihren Protagonisten aussterben!
Die Orientierung finden wir allerdings wieder, wenn wir uns vom unseligen
Erbe der Anschließerei, von den hanebüchenen ostmärkischen
Umdeutungen befreien, die einst wie eine - allerdings massenhaft
bejubelte - Sintflut (von wegen „Helden”-Platz!) über
das Land unsrer Mütter und Väter gekommen waren (und heute
noch allen Ernstes durchs Internet spuken), um auch „in Feld und
Wald” von braunen Ortsnamendeutungen auf „germanischer”
Grundlage zu den keltischen Wurzeln zurückzufinden.
Einige Anregungen und Orientierungshilfen werden dazu jedenfalls hier
geboten.
©
Georg Rohrecker
Update:
03.08.2008
