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Häufige Fragen > Götterhimmel
Wie sah der keltische
Götterhimmel aus?
Die
Kelten hatten ursprünglich weder Gottväter noch Pantheon!
Chauvis, die
die Keule schwingen und solche die Kreide fressen, sind nur zwei Seiten
der selben Medaille! Und doch soll es hier gewagt sein, auf den „kleinen
Unterschied” der Männer und ihrer göttlichen Vor- und
Nachbilder einzugehen. (Schließlich kommen selbst Gorilla-Männchen
mit fünf bis sieben Zentimetern aus – im erigierten Zustand,
wohlgemerkt!) Tatsächlich kannten die Kelten,
entsprechend der Weiblichkeit von Ur-Mutter Erde und der eindeutig zuordenbaren
Gebärfähigkeit ihrer Töchter zur ewigen Erneuerung des
Lebens, ursprünglich nur weibliche Gottheiten!
Die Männerrollen beschränkten sich auf (körperlich)
starke, aber austauschbare und vergängliche Heroen.
Ja anfänglich war die große Urmutter von gar keinem Mann,
sondern von einer Schlange begleitet. Erst als den Menschen klar geworden
war, dass die Männer auch ein wenig Anteil haben an der Neuerschaffung
des Lebens, durften sie sich „heldenhaft” mit den Ur-Schlangen
(den Symboltieren für den ewigen Kreislauf des Lebens)
abraufen und in einem langwierigen Prozess allmählich deren Stellen
einnehmen.
Der Schauplatz dieser Auseinandersetzungen zwischen
Ur-Schlangen und potenten Heroen war und blieb ein „irdischer”!
Dies schon deshalb, weil die dominierende göttliche Urmutter eben
Mutter Erde war! Und auch die (vorübergehend) verstorbenen Seelen
entschwebten in keinen überirdischen oder jenseitigen „Himmel”,
sondern fanden Aufnahme im durch und durch „irdischen” Bauch
von Mutter Erde, bei uns auch Berg- und Wintermutter genannt,
der auch von ihrer Schlange symbolisiert sein konnte,
wie z. B. deren mythologische Schwester, die See-Schlange des Jona.
Der „Himmel” über ihnen war
kein Göttinnen- (oder gar Götter-) Sitz, sondern lediglich
Firmament und Platz zum Wettermachen! Und die dafür eingeteilten
Heroen waren bei den Kelten keine Götter – und noch weniger
„Götterväter”, sondern der Muttergöttin ergebene
und untergebene Beauftragte. Zum „Lohn” für ihre Dienste,
durften Sie vorübergehende Liebhaber der ewigen Göttin sein.
Die abwegige Fiktion eines keltischen „Götterhimmels”
mit einem Götter-Dreigestirn,
einem Trio aus den Herren Taranis, Teutates und Esus
ist – nach der Devise „Chauvis aller Zeitalter, vereinigt
euch!”, oder noch besser „...haltet einander die Stange!”
– leider ein seit mehr als zwei Jahrtausenden überwuzeltes
Zerrbild, über das zwar selbst die Gorillas nicht
lachen könnten, das aber trotzdem noch immer einschlägig bemüht
wird!
Neben dem sattsam bekannten Kessel von Gundestrup gehört
seit dem letzten Jahrhundert auch die Schnabelkanne
vom Dürrnberg zu den wehrlosen Opfern auf Cäsar,
Lucanus und ähnlicher Klassiker zurückgehender
dümmlicher Macho-Projektionen. So sei das amphibisch
anmutende erdverbundene Tier am Henkel der Kanne, das
eindeutig eine kreative Weiterentwicklung der (nach Art des Cernunnos
gehörnten) Urschlange bzw. des Lindwurms
darstellt, ein Abbild des Taranis. Diese Interpretation
ist auch deshalb ein aufgelegter Unsinn, weil das Symboltier des keltischen
Atmossphäre-Heros Taranis unzweifelhaft der Adler
war - und kein Kriechtier mit andersweltartigem Bauch!

Opfer
überholter Götter-Fantasien: Dürrnberger Schnabelkanne,
©
SalzburgMuseum
(Bild:
E. Tischler)
Die
Kelten kannten sehr wohl eine Göttliche Dreifaltigkeit! Doch die
war durch und durch weiblich - und irdisch! Mehr zum leidigen
Thema falsche Götter und falsche Zeugnisse - und die dazu notwendigen
Richtigstellungen! - finden Sie in unserem Beitrag
Mythos & Religion!
©
Georg Rohrecker
Update:
09.09.2009
