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Personen-Register
(19. - 21. Jh.)
Täter-Biografien
 
 

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Höfler, Otto (1901-1987)
NS-Germanist, Hochschullehrer und SS-Volkskundler


NS-Germanist, Sprachforscher, Sagenforscher und „Volkskundler”, Mitglied der SA, der NSDAP, Mitarbeiter im „SS-Ahnenerbe” und Agent im Auftrag der Gestapo, zuletzt (1957-1971) österr. Hochschullehrer an der Universität Wien.

10. Mai 1901
Geboren in Wien 
 
Internatsschüler im OÖ Stiftsgymnasium Kremsmünster 
 
Studium am „Seminar für Germanische Sprachgeschichte und Altertumskunde” an der Uni Wien, eine Art „deutschnationale Kaderschmiede” des antisemitischen Germanisten Rudolf MUCH.
Nationalkonservativer Burschenschafter
ab 1921  
Mitglied des deutschnationalen, antisemitischen „Wiener akade-mischen Vereins der Germanisten” 
1922 - 1928
Mitglied der SA in Wien 
1925
Dissertation bei Much „Über das Genus der deutschen Lehn-wörter im Altwestnordischen und Altschwedischen”
1928 
Assistent beim „Deutschen Sprachatlas” in Marburg, einem Instrument zur Dialekt- und „Sprachinsel”-Forschung (in Polen, der Tschechoslowakei, Ungarn, Jugoslawien usw. bis Russland) zur „Beweisführungdeutscher Gebietsansprüche in (Süd-)Ost-Europa
1928 - 1932 
Lektor für Deutsche Sprache an der Universität Uppsala 
1932 
Habilitation in Wien über „Kultische Geheimbünde der Ger-manen” (Bekenntnis zum Nationalsozialismus bzw. Apologie der SS) - „Die eigenste Begabung der nordischen Rasse, die staatenbildende Kraft, fand in den Männerbünden ihre Stätte und hat sie zu reichster Entfaltung getrieben. Sie sind zu Mächten emporgewachsen, die Tragkraft und Stoßkraft (sic!) besaßen...”
1934 - 1938 
Professur für Germanische Altertumskunde an der Uni Kiel 
1935 
NSDAP-Anwärter (Anwärter-Karte Nr. 55904) - Aufnahme 1937 mit der Nr. 5 443 927
1937
Zur Erkenntnis des deutschen Wesens, Ein Bild der ge-samtgermanischen Kultur”.
Zitat: Die „Fähigkeit zur kämpferischen Ekstase” ist ein „we-senhafter Grundzug der nordischen Germanen” und ihre „Sturmgottes” Wotan (dem Anführer der „Wilden Jagd”) des „obersten Gottes der Germanen, weil er ihre aktivste Seite dar-stellt”! 
Polemik „gegen die Macht des Untermenschentums, die sich in dem ewigen Juden verkörpert”.
 
Vortrag am Erfurter Historikertag über „Das Germanische Konti-nuitätsproblem” und „Das deutsche Volk als biologische und geistige Erben der Germanen”.
1938 

Sonderdruck des „Reichsinstituts für die Geschichte des Neuen Deutschland”: „Das Germanische Kontinuitäts-problem” (Volksbräuche und Sagen seien „unverfälschtes Germanentum”!)
Laut dem Dekan (später Rektor)
der Uni München und Führer des SS-Ahnenerbes, Walter WÜST, ist Höfler für die SS „auf seinem Gebiet völlig unersetzlich”!

1938 - 1945 
Lehrstuhl für Germanische Philologie, deutsche Volkskunde und Nordistik” an der Uni München (protegiert von SS-Reichs-Führer Heinrich Himmler) - in dieser Zeit ist O. H. u.a. Lehrer von Mohammed RASSEM (später Soziologie-Prof. in Salzburg)
1939 
Publikation einer „antisemitisch rassistischen Denunzierung des Literaturwissenschaftlers Friedrich Gundolf”  
 
Anläßlich des „Aperschnalzens” Besuch der „Außenstelle Süd-Ost des SS-Ahnenerbes” in Salzburg (Leiter: Freund Richard WOLFRAM) und Besprechung des „Germanischen Brauchtums” in den Ostalpen mit Kuno BRANDAUER, Tobi REISER (sen.), Hans E. SCHNEIDER [nach 1945 Hans Schwerte] u.a.) 
1943 - 1944 
Leiter eines deutschen „Auslandsinstitut” (Deutsches Wissenschafts-Institut) im besetzten dänischen Kopenhagen (Gestapo-Tarneinrichtung
1945 
Kurzzeitig „Berufsverbot” wegen NS-Betätigung 
1950 
Lehrbefugnis als a.o. Prof. für Skandinavistik an der Uni München 
1952 
Germanisches Sakralkönigtum” 
 
Balders Bestattung und die nordischen Felszeichnungen” 
1957 - 1971 
Lehrstuhl für Ältere Germanistik an der Uni Wien - u.a. (stark prägender) Lehrer von Peter WIESINGER und Helmut BIRKHAN. Birkhahn 2005: „Das internationale Flair (sic!) ist erst mit Höfler gekommen, er war für uns alle sozusagen ein Kulturheros (sic!).” 
1958 
Mitarbeiter am Lexikon „Religion in Geschichte und Gegen-wart”, Autor zu Artikeln wie „Geheimbund” u.a. NS-Versatz-stücken 
1973
Verwandlungskulte, Volkssagen und Mythen” (Die - im 19. und 20. Jh. krampfhaft in die Ostalpen exportierte - „Wilde Jagd” sei ein „Germanischer Kernmythos”!)
1975
Theoderich der Große und sein Bild in der Sage
1976 
Helmut Birkhan (Hg.), „Festgabe für Otto Höfler zum 75. Geburtstag” 
1978
Siegfried, Arminius und der Nibelungenhort
25. Aug. 1987 
Gestorben in Wien 
1992
Otto Höfler, „Kleine Schriften, Ausgewählte Arbeiten zur ger-manischen Altertumskunde und Religionsgeschichte, zur Literatur des Mittelalters, zur germanischen Sprachwissenschaft sowie zur Kulturphilosophie und -morphologie”, hrsg. von Helmut BIRKHAN (!), mittlerweile emeritierter Wiener Germanist und Keltologe.

> Buchtipp:     ^
  Irene Ranzmaier
Germanistik an der Universität Wien
zur Zeit des Nationalsozialismus

Karrieren, Konflikte und die Wissenschaft
Wien (Böhlau) 2005
 

© Georg Rohrecker

Update: 01.06.2009

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