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Bergnamen mit keltischem Hintergrund


Kahlenberg
Heiliger Berg der ewig jungfräulichen Mutter- und Kuhgöttin

Als die Menschen der Steinzeit mit der Erfindung der Landwirtschaft ihr bisheriges Nomaden- und Jägerleben aufgaben und sesshaft wurden, veränderten sich auch ihre Vorstellungen von dem was göttlich sei. Zwar dominierte noch immer das weibliche Prinzip, doch in der religiösen Symbolik war als Verkörperung und Attribut der großen Muttergöttin an die Stelle der Hirschkuh das Rind getreten. Ein Bild, das sich insbesondere auch in den mythologischen Vorstellungen unserer keltischen Ahnen stark wiederspiegelte und in Bildwerken, Sagen, Orts- und Bergnamen bis heute nachklingt.

 

Rindergöttin mit Stierkälbchen
Schöpfgefäss aus
Hallstatt (6. Jh. v. Chr)
Bild:
Naturhistorisches Museum Wien

So dürfte z.B. der keltische Name von Wien, Vindobona, von Bovinda, der Weißen Kuh (-Göttin) stammen. Und auch der Name Kahlenberg – der übrigens bis ins 17. Jahrhundert dem heutigen Wiener Leopoldsberg gehörte – stammt nicht von „glatzerten” Männern oder Fluren, sondern von Kal oder Cal, einem keltischen Wort für Rind bzw. Kuh. Und von Kal haben auch Kalbin (weibl. Kalb) bzw. Kalm (Koim – österr. Dialektwort für eine junge Kuh im Zustand der „Jungfräulichkeit”) und Kälbchen ihre, damit als genuin keltisch ausgewiesenen Namen.

Hinter Kal und Kalm steckt wie gesagt keine „gewöhnliche” Kuh, sondern in diesem Symbol die große, auf ewig jungfräuliche Muttergöttin selbst, deren Wurzeln bis in die Jungsteinzeit zurück reichen! Kal, Cal, Gula oder Gall ist schließlich die große vorchristliche Schöpfergöttin und Bergmutter, die von ihren Menschenkindern bis zur Keltenzeit rundum in Berg-, Orts- und Flurnamen verewigt wurde. Ein ihr geweihter Kahlenberg ist und bleibt somit - auch wenn Habsburger-Kaiser schließlich Babenberger Poidls (Leopolds) drauf setzten - ein besonderer Heiliger Berg und ein ausgewiesener Hort der keltischen Anderswelt. (Vgl. > Göll!)


Wiens keltische Wiege: Kahlenberg (li.) und Leopoldsberg (re.) mit Kahlenbergerdorf, Histor. Ansichtskarte


© Georg Rohrecker

Update: 22.06.2008

 

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