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Worte mit keltischem Hintergrund
Karriere
Mit keltischen Karren in diverse Chefetagen
Karriere zu machen,
war zwar eine Verpflichtung für jeden noblen jungen Römer,
der auf sich hielt, bis in die hintersten Winkel des antiken Weltreichs.
Diesen Aufstieg nannten sie allerdings noch „cursus honorum”,
und es ging dabei um entsprechend honorige Ämter.
Die jungen Kelten, die faulen Säcke, hatten dagegen keinen „Bock”
auf derartige Amtsschimmel-Perspektiven. Und dennoch:
Das Wort Karriere hat, nach der typischen Ironie der Geschichte, seine
Wurzeln justament im Keltischen!
Das im 18. Jahrhundert schließlich aus dem Französischen
ins Deutsche entlehnte Wort – Karrieristen aller Länder,
hört die Botschaft! – Karriere, das Traumziel
(der Weg ist das Ziel!) aller Machertypen und Ich-Aktionäre des
3. Jahrtausends, stammt nämlich vom banalen Karren,
und der wiederum vom keltischen carro (Wagen).
Wobei, als Zwischenschritte der Wort-Karriere des (zweirädrigen)
keltischen Karrens, sich schon die alten Römer das carro der Kelten
ausgeborgt und zum carrus latinisiert hatten.

Ben
Hur (Charlton Heston) auf der via carraria
Die
via carraria, die spätrömische Karren-Rennbahn,
auf der z.B. Ben Hur seine Film-Karriere gemacht hat,
war nach einigen ereignisreichen Jahrhunderten Pate für die französische
Renn- oder Laufbahn, für die carrière.
Und auf deren Nachfolgerinnen findet eben heute eine beileibe nicht
nur symbolische globalisierte Hetze der Karrieristen aller Ränge
und Gewichtsklassen statt!
Nachsatz: Spätestens seit es Leasing u.a. Finanzierungsformen gibt,
sind „Karren” mit 2 oder 4 PS natürlich
nicht einmal mehr für die Römer die passenden Renner für
die äußerliche Karrieristen-Fortbewegung, sondern nobler
lackierte, protzig aufgemotzte und (auf das fünfzig- bis hundertfache
an Pferdestärken) getunte Karrossen. Doch unser Gewährsmann
Obelix würde dazu wohl gall-trocken anmerken:
„Die spinnen, die Karrieristen!”
©
Georg Rohrecker
Update:
05.10.2008
