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Die Kelten
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Waren die Kelten blutrünstige Kopfjäger?
Der Kopf war den Kelten Sitz der unsterblichen Seele

Wenig fantasievolle und noch weniger freundschaftlich gesinnte griechische und römische „Geschichtsschreiber” und Propagandisten der klassischen Antike, die von manchen Zeitgenossen bis heute gerne nachgebetet werden, konstruierten einst aus einem speziellen, uns nachvollziehbarem, Aspekt keltischen Denkens eine blutrünstige Verleumdung. Mittels bewährt entstellender Gräuelpropaganda zu den keltischen Barbaren oder „Untermenschen”, machten sie auch damit aus unseren Ahnen blutrünstige „Kopfjäger”.

Tatsächlich galt den Kelten der Kopf als Sitz der unsterblichen Seele, von der sie glaubten, dass sie nach einem temporären Aufenthalt in ihrer paradiesischen Anderswelt im Bauch von Mutter Erde (siehe eigenes Stichwort) in der irdischen Welt immer wieder neu geboren würde. Eine vielleicht „naive”, aber sicher nicht barbarische Vorstellung - mit differenzierten praktischen Folgen!

Um naheliegenderweise ihre im Krieg gefallenen Feinde daran zu hindern, ebenfalls eine Wiedergeburt zu erfahren – und neuerlich zu Feinden heranzuwachsen – trennten die Kelten in weiser Voraussicht (zum eigenen Schutz und zu dem der Gemeinschaft) die Köpfe ihrer toten(!) Feinde von deren Rümpfen und brachten diese „in Sicherheit”. Kopfjägerei würde - im erheblichen Gegensatz dazu - bedeuten, lebenden Menschen die Köpfe abzuschneiden! Jedoch gibt es an der eigentlichen „Wiege” des Keltischen, im engeren Bereich der Ostalpen, bislang nicht einmal glaubhafte Nachweise von „Kopftrophäen” (tete coupée) nach der eingangs beschriebenen Art!

Reste des keltischen Kopfkultes haben sich im Zusammenhang mit der Symbolik des Kopfes als Sitz der Seele, der Weisheit bzw. Erleuchtung, des Lichts und der Wiedergeburt ins ostalpine christliche Brauchtum hinübergerettet! Mit den von uns aufgezeigten mythologischen Hintergründen haben Sie auch den Schlüssel in der Hand für die sonst unverständlichen oder makabren Bräuche mit Johannes-Kopf-Schüsseln oder div. hoch verehrten, ebenfalls geköpften Heiligengestalten wie Alban, Blasius oder Dionysius!

Bild re.: Salome mit Haupt des Johannes, Edwin Dickman, 1994,
Galerie Taube Berlin (Caravaggios Bilder sind zu makaber!)

 

© Georg Rohrecker

Update: 03.02.2007

 

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