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Laurentius
Hl.
Laurentius
Der unsterbliche Licht-
& Feuerheros – 10. August
Lorbeer,
Siegessymbol und Pflanze des Licht-, Weisheits- und Heilergottes Apol-lon,
ist die ruhmreichere Seite der Erklärung des Namens Laurentius:
Der Lorbeerbekränzte. Wobei der Heilige allerdings
höchst suspekt wäre! Waren doch zu „seiner” frühchristlichen
Zeit (Lorbeer-) Kränze Berufsabzeichen
der „heid-nischen” Opferpriester
und von den Christen zutiefst verpönt! Da gäbe es dann noch
die harmlosere Erklärung, dass Laurentius lediglich bedeute „Bürger
aus Laurentum”, einer kleinen Stadt in Latium, die laut
Vergil einst dem Trojaner Aeneas als Exil diente, aus
der damals die „echten” Latiner gekommen seien, und die
heute Torre Paterno heißt.
Nähe zu Aeneas war ein besonderer Adel, auf den
sich auch Caesar berief. Doch können wir sicher
davon ausgehen, dass der Lorbeer der Schlüssel
für unseren Laurentius ist - trotz vernebelnder christlicher Legende,
die wir hier kurz nach erzählen. Der Christen-Bischof von Rom,
Sixtus II. (257/58), soll Laurentius auf einer Reise
in Spanien entdeckt und zu seinem Diakon, Stellvertreter und Finanzchef
gemacht haben. Dann sei Bischof Sixtus wenig später einer Christenverfolgung
erlegen und sein Diakon habe den Kirchenschatz lieber
unter den Armen Roms verteilt, als ihn dem Kaiser auszuliefern.
Kaiser Valerian war „not amused” und rächte sich an
Florianus, indem er ihn zuerst geißeln, mit Bleikugeln schlagen
und zwischen heißen Platten toasten ließ, bevor Kerkermeister
Hippolytus den Auftrag
erhielt, den zähen Dissidenten am Rost gar zu
grillen. Was dieser zum Schluss angeblich damit quittierte, dass er
zuletzt sein gegrilltes Fleisch noch ironisch selbst anbot. Vollstrecker
Hippolytus war jedenfalls derart stark beeindruckt, dass er sofort nach
Laurentius Exekution der römischen Christengemeinde beitrat und
höchstpersönlich sein Opfer Laurentius bestattete.
Die makaberen Geschichten könnten allerdings auch erst zu Kaiser
Konstantins Zeit (313 - 337) erfunden worden sein,
als sich dieser aus dem organisierten Christentum seine schärfste
ideologische Waffe schmieden ließ, und dafür bereits auf hunderte
legendäre Märtyrer (Blut-Zeugen) zurück greifen konnte. In Rom ließ
der mörderische Fuchs fluchs eine Kirche S. Laurentius ex muros
(außerhalb der Stadtmauer), heute San Lorenzo fuori le
mura, eine der sieben Hauptkichen Roms, über dem angeblichen
Grab erbauen und Lorenzo zum Stadtpatron
machen.

San Lorenzo fuori le mura, Rom
Trotz Stephanus, dem zweiten
Stadtpatron Roms, der ihm von Konstantinopel kommend
im 5. oder 6. Jahrhundert in den Sarkophag dazu gelegt worden sein soll,
sind wir damit natürlich noch nicht bei Laurentius Verbindungen
zu den älteren keltischen Heroen. Dazu schnuppern wir noch ins
süddeutsche und alpine Laurenzi-Brauchtum, das
uns im Nu offenbart, dass unsere keltischen Vorfahren wohl eine Art
eigenen Laurentius oder Lenz hatten, der hierzulande bis Lauriacum/Lorch
und zu den Feuerwehren auch der mythologische Vorgänger des legendären
Florianus gewesen sein dürfte.
Martin Luther wusste noch zu berichten, dass man dem Feuerpatron Laurentius St. Florian „als Gesellen zugegeben”
hätte und dass auch am Laurenzi-Tag „kein Christen-Mensch
ein Feuer anzünde” und niemand dürfe sich mit
einem brennenden Lichte den Häusern nähern. Es herrschte weiters
die Ansicht, dass sich am Laurenzi-Tag die Erde öffne
und ihre Schätze zeige. Laurentius hatte auf das Wetter Einfluss.
Zu seinem Tag begann der Herbst. Laurentius half im Weinberg, dass die
Trauben reiften, und nicht zuletzt - wie Apollonia
- bei Zahnschmerzen.
Die Feuertabus weisen auf Keltenheros Belenus bzw. Beltene,
die Nacht zum 1. Mai, in der alle Feuer gelöscht werden mussten,
um sie an einem gemeinsamen Feuer an zentraler Stelle rituell neu zu
entzünden. Zu Beltene gehört auch die angebliche Öffnung
der Erde, die auf die Öffnung der keltischen Anderswelt
hinweist. Der Wein deutet ebenso auf Lug
und Lugnasad
(das Keltenfest zum 1. August) wie Apollonia, die eine weibliche Form
von Apollon darstellt. Es geht um Licht, Inspiration
und die Heiler-Komponenten alter Keltenheroen - und
um eine gute Ernte.
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Kurzsteckbrief:
Hl. Laurentius |
^ |
| Namenvarianten:
|
|
Laurenz, Lorenz, Löns,
Lenz |
| Festtermin: |
|
10.
August |
| Namensdeutung: |
|
Der Lorbeerbekränzte,
Bürger aus Laurentum |
| Symbole: |
|
Rost, Geldbeutel,
Palmzweig |
| Mythol.
Funktion: |
|
Licht- und
Feuerpatron, Augen- und Zahnwehpatron, Wein- und Wetterpatron, Fegefeuerpatron
und Seelenhüter |
| Parallelen
zu: |
|
Apollon, Belenus, Lug, Florianus,
Hippolytus,
Stephanus |
| Zugeh.
Bethe(n): |
|
Wilbeth/Katharina,
Ambeth/Margaretha,
Borbeth/Barbara |
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Verehrungsorte: |
|
Rom, Lorch,
Lorenziberg (K), div. St.Lorenzen, Wilten, Ybbs |
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Alpine Einführg.: |
|
Mitte des 13.
Jh. |
| >Buchtipp: |
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Erhard
Gorys
Lexikon der Heiligen
München (dtv) 2004 |
|
©
Georg Rohrecker
Update:
02.05.2009

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