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Die Kelten
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Welche Rolle spielte der Mond bei den Kelten?
Muttergöttinsymbol und Orientierungshilfe

Seit es Menschen gibt beobachten sie natürlich den unübersehbaren Mond. Das war also bereits lange vor den Kelten so. Dank seiner scheinbaren Größe ließ sich schon „von Anbeginn” leicht erkennen, dass dieser Himmelskörper zyklisch seine Erscheinungsform ändert. Durch die – heute als Neolithische Revolution bezeichnete – „Sesshaftwerdung” und die Erfindung der Landwirtschaft, wurde es schließlich unerlässlich, die (Jahres-) Zeit und die damit verbundenen Vegetationszyklen genauer zu messen.

Zur notwendigen Unterteilung des Jahres eignete sich insbesondere der Mond, dessen diesbezügliche Patenschaft noch im Begriff Monat enthalten ist. Den Bewohnern der Meeresküsten (und den frühen „Seefahrern”) fiel zudem im Zusammenhang mit dem Fischfang und der Suche nach sonstigen essbaren Meerestieren auf, dass auch die Gezeiten mit dem Mond verbunden sind. Die Zyklen der Frauen und der Zusammenhang mit ihrer Fruchtbarkeit vervollstän-digten schließlich die Bedeutung des Mondes zur Beobachtung der Regeln und „Geheimnisse” des Lebens.
 

Die Rolle des Mondes in der keltischen (Hoch-) Kultur war einerseits bestimmt, durch das Erbe vorangegangener Kulturen. Andererseits wirkte sich die daraus weiter entwickelte eigene „Weltanschauung” aus. Der Mond wurde so auch zur geeigneten Projektionsfläche für die aus den Regeln von Mutter Erde abgeleiteten, weiblich orientierten Form der Religion. Der Mond – dessen Geschlecht in dem meisten Sprachen weiblich ist – bekam die Rolle eines „Spiegels der Großen Göttin” und eines ihrer wichtigste Symbole. Und damit ist es auch nicht schwer, das „Mondkalb” als Symbol ihres Stierheros zu identifizieren!

Die seit der Jungsteinzeit bekannte Vorstellung von der Urmutter als (Weiße) Kuhgöttin (Bovinda) war wunderbar kompatibel mit den Hörnern ähnelnden Mondsicheln, die mit dem „Vollmond” im Mittelpunkt als Abbild der Göttinnen-Trinität interpretiert werden konnten. Kein Wunder, dass Göttin und Mond in sehr vielen Sprachen aus einem Stamm kamen – im Indoeuropäischen mana oder men – der treffenderweise z.B. auch Worten wie Mutter, Mensch und Menstruation zugrunde liegt. (Amen bedeutete ursprünglich übrigens der „Mond der Wiedergeburt”!)

Von einschlägiger Symbolik ist auch die (liegende) Sichel der Mond-Barke, ein Gefäß, dass die Seelen sicher zum Punkt ihrer Wiedergeburt überführt. (Dargestellt auf vielen heimischen Bildern des Seelenbegleiters Christophorus, in Form einer kleinen „Isis”) Und von diesen Zusammenhängen – und nicht vom Triumph über die Türken! – kündet in den Ostalpen und anderen ehemals keltischen Ländern konsequenterweise auch die „christliche” Gottesmutter Maria, wenn sie als Göttin auf der Mondsichel als „Himmelskönigin” triumphiert. Und diese – aus „keltischer”(!) Zeit stammende Symbolik reicht hinein bis in unsere Frühstücks-Kipferl oder die französischen Croissants (dt. Halbmonde). Mit Baumschneiderei und ähnlichem Neu-Mond-Hokus-Pokus hat das allerdings herzlich wenig zu tun!


> Buchtipp:     ^
  Barbara G. Walker
Das geheime Wissen der Frauen

Engerda (Arun) 2003
 

© Georg Rohrecker

Update: 04.02.2007

 

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