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Ortsnamen
mit keltischen Wurzeln
Torwarting
im Bezirk Scheibbs war kein Fußballerdorf!
Was sich in Österreich
treudeutsch unter dem Deckmantel der „Ortsnamen-Kunde”
vor, im und nach dem Tausendjährigen Reich etabliert hat, geht
auf keine Kuhhaut! - Nicht einmal auf die der ehrwürdigen prähistorischen
Rindergöttin selbst! Doch das zu bestimmten Zeiten unverzichtbare
„Fach” hat seine eifrigen Vertreter nicht
nur „ernährt”. Deren Ergüsse sind bis heute Allgemeingut
bis in die letzte „Ortschronik” stolzer altgermanischer
Wehrdörfer ostalpinen Zuschnitts hinein. Aber was ist das alles
gegen die Segnungen via Internet! Mit dem technischen
Fortschritt hat sich zur Verbreitung pseudogermanischen Schwachsinns
zwar die Form geändert, nicht aber der nun noch leichter verbreitete
schreckliche Inhalt!
Halten wir dennoch fest: Die süddeutschen und österreichischen
Orts-Namen sind NICHT mit „germanischen” Ableitungen zu
erklären! - Auch nicht auf elektronischem Weg und mit
Lichtgeschwindigkeit! „Erleuchtung” gibt es südlich
des bekannten „Weißwurschtäquators” nur dann,
wenn wir die „nordischen” Weisheiten lassen, wo sie hingehören
und an Stelle dessen zur Kenntnis nehmen, dass in Bayern und Österreich
- und auch in Hessen, Baden-Württemberg usw. - diese komischen
Kelten hausten, die schon damals glaubten, klüger zu sein als die
„Indo-Germanen”, die es ja noch gar nicht
gab! Und wie unsere keltischen Ahnen keine „zuogroasten Germanen”
brauchten, um sich ihre Orte, Berge, Gewässer, Gegenden benennen
zu lassen, so brauchen wir Nachfahren auch nicht deren Nachfahren und
Adepten uns nun die Wurzeln unserer „Toponomen” deuten zu
lassen! (Liebe bzw. weniger liebe Nachbeter: Was einst gut war, um Karriere
im SS-Ahnenerbe zu machen, ist heute nur noch
brauner Mist bzw. „bestenfalls” lächerlich!)
Ginge man nach den gelieferten hanebüchenen Erklärungen der
diversen Kundler, gestandenen Ortsnamenforscher und Germanisten
der letzten beiden Jahr-hunderte, und nach dem nun im Internet davon
mantraartig Wiedergekäuten, dann wären die Namen unserer Orte
noch immer wunderbare Zeugen für die „germanischen Wurzeln”
der anschlussreifen „Ostmärker”. Das nazi-kompatible
Erklärungsmuster lautete schlicht und bestechend einfach so: Dem
Namen eines starken germanischen Dorfhäuptlings
ein –ing angehängt, und fertig war einst
der bis heute überlieferte Ortsname! Wirklich einfach? Oder doch
eher einfältig?!
| Starke
Führer mit schwachen Vätern und Söhnen? |
|
Bei
allem blinden Ahnen-Stolz darf man nach dem verdienten Anschluss ja
wieder fragen: Wie hieß denn das -Ing-Dorf noch eine Generation
vor dem großen Dorf-Pascha - äh - Führer? War des Germanenhäuptlings
Vater selbst nicht stark genug? Ja und der Sohn?
Konnte sich der, samt Kind und Kindeskindern, nicht mehr von der väterlichen
Erblast befreien? Und was sagten die anderen mehr oder weniger starken
Dorfbewohner? Hatten die nichts zu sagen? Oder begnügten sie sich
mit der altgermanischen Formel „Führer befiehl, wir folgen
Dir!”, und begruben nicht nur ihre Kinder, sondern auch die eigene
Identität unter dem läppischen Namen des Führers? (Schicklgrubering
oder Adolfusing wäre doch toll!?)
Mit Verlaub – und heute darf man es ja (bei Strafe „launiger”
Zurechtweisung durch altkluge Jungakademiker oder deren eingefärbte
Altlehrer) wagen, nicht mehr alles zu fressen: Solche Erklärungsmuster,
wie die landauf landab zur Namenskunde gelieferten, riechen leider oft
und stark nach braunem Mist! Und in der Tat, sie sind
es auch! Tausende „Germanenhäuptlinge”, die über
die Ostalpen herfielen, sich in ihrer ostentativ präsentierten
Männlichkeit hinstellten, um wie eine Schar Köter die ganze
ostalpine Landschaft zu markieren und so zu „Blutzeugen”
des österreichischen Germanentums bis in den hintersten Winkel
des Landes (der Ostmark des Dritten Reiches) zu werden.
Ein charmantes Bild!? Abgesehen davon, dass das atavistische Markieren
mit einer Flüssigkeit verbunden ist, die – außer in
Krankheitsfällen – nicht wie Blut aussieht, können wir
auch aus anderen Gründen zu Recht die Nase rümpfen, ob solcher
Ortsnamendeuterei!
Dass
sich die eifrigen Erfüllungsgehilfen der neo-germanischen Eindeutscherei
keine Gedanken über Funktion und Stellenwert der Orts-
und Flurnamen gemacht haben, zeigt sich auch dort mit aller
peinlichen Deutlichkeit, wo von den protonazistischen und nazistischen
Namen-Forschern bzw. -Deutern entgegen aller Logik
und örtlicher Realität sogar deutsche Baumnamen
zur obskuren Patenschaft herangezogen wurden (und werden - obwohl der
„Anschluss der Ostmark” schon lange überholt ist!).
| Orts-
und Flurnamen als „deutliche Orientierungshilfen” |
|
Versuchen
wir es, statt mit Germanen-Ideologie mit Logik: Als vor wirklich Tausenden
Jahren Lesen und Schreiben noch unüblich - oder, wie bei unseren
keltischen Ahnen, mit Tabu belegt - war, dienten Orts- und Flurnamen
zum Großteil der notwendigen Orientierung. Sie
verwiesen dazu auf Besonderheiten, die einen bestimmten
Ort von anderen unterschieden und die Identifikation spürbar erleichterten.
Es versteht sich mit ein wenig Grips von selbst, dass in bestimmten
Gegenden massenhaft auftretende Bäume zur erforderlichen Orientierung
völlig ungeeignet sind und waren! Zum Bsp.: Birken im Moor?
No-Na-Net! Ein Hinweis wie Birken-Moos
(für Bürmoos
im Norden von Salzburg) wäre im größten Moorgebiet Mitteleuropas
eher eine „Verarschung” der Orientierungsuchenden als eine
hilfreiche Ortsangabe. (Auch wenn vielleicht manche danach verlangen
mögen, verarscht zu werden!) Ja mancher Deutungs-Schwachsinn
im Vorfeld des Großdeutschen Reiches machte nicht einmal
vor den Ortsheiligen Halt, und aus ihnen kurzerhand
teutsche Bäume. So zum Beispiel nahe dem genannten
Bürmoos aus Georg eine Erle (sic!)
und am anderen Ende des Salzburger Flachgaus aus Erasmus
eine angeblich namensgebende Ulme!
In der Gemeinde St. Georgen an der Salzach, von den
älteren Bewohnern noch „Sand
Iring” (sic!) genannt, befindet sich südlich
der Georgs-Kirche der von dem gleichnamigen Bach durchflossene Ortsteil
Irlach, hinter dem - nahezu kinderleicht zu entschlüsseln
- die Georg-Ache steckt bzw. Georgs volkstümliche
Verkleinerungsform Irl.
Doch was machen die eifrig auf nazikompatible Pseudo-Germanen konditionierten
großen Ortsnamenkundler aus der Ache des mytholgischen Nachfolgers
des ehemals hier ansässigen keltischen Frühlings-Heros: einen
treuteutschen Erlen-Bach! Georg,
Jörg, Irgl, Irl(!)
schau oba! (Die Irlacher Au ist übrigens nicht für die Erlen
bekannt, sondern für die Schneeglöckchen
und Frühlingsknotenblumen (und für den Bärlauch),
die Jahr für Jahr zuerst von hier Einzug ins Salzburger Land halten!)
Blühende Schnitzereien an strammen Bäumen beherrsch(t)en teutsche
Männer aber auch in keltischem Kerngebiet, im Salzkammergut!
So z.B. in Fuschl zwischen dem gleichnamigen See und
dem Ellmaustein - wohl einem ehemals keltischen Lichtkultplatz!
Dort käme nämlich Ellmau, das auch Namensbestandteil
von Bach, Flur und Ortsteil ist, von der teutschen
Ulme(sic!)! Leider war offensichtlich keinem germanophilen
„Forscher” geläufig, dass der Orts- und katholische
Kirchen-Patron von Fuschl der Hl. Erasmus
ist, mythologischer Nachfolger eines keltischen Licht-Heros,
der im Italienischen und Spanischen schlicht Elmo(!)
heißt. (Vgl. dazu die dem Erasmus zugeschriebenen Elmsfeuer!)
Ja im nahen Salzburg gibt es noch heute ein - früher Licht(!)spielhaus
genanntes - Kino, das sich in Anspielung auf den Lichtaspekt des Erasmus
Elmo-Kino nennt! Da haben einige wohl nicht aufgepasst,
von den dem Anschluss vorauseilenden Namenkundlern! (Und sind schon
gar nicht erleuchtet worden unter all den Ulmen, die im Elmo-Kino bis
heute nicht wachsen!)
| Brauner
Schund oder keltische Inspiration? |
|
Bei
all dem angesammelten braunen Sch... Schund erlauben wir uns, zu den
hier auf den Seiten dahinter vorgestellten Orten ganz ungeniert, statt
der ollen Germanen mit ihren stämmigen Führern lieber doch
unsere keltischen Ahnen zur Erklärung der Ortsnamen heranzuziehen!
Ein Torwarting gibt es übrigens wirklich: im Bezirk
Scheibbs in Niederösterreich! Es wird sich aber vermutlich nicht
auf einen Fußballer zurückführen lassen - außer
vielleicht auf einen norddeutschen! Thor im Tor!? Wer
hat den Germanen reingelassen?! Wem jetzt vor nix mehr graust: Zu den
braunen Toren und (Übel-) Tätern geht es im Detail hier!
Das notwendige Bloßstellen von Germanen-Unsinn, wollen wir zu
guter Letzt mit einer schönen Geschichte aus Baden-Württemberg
beschließen: mit dem Beispiel Tuttlingen
und dem Duttental im Naturpark
Obere Donau. Die Dialektkundigen ahnen, worauf das hinausläuft!
Tuttlingen und das Duttental stammen natürlich nicht
von einem einst reklamierten germanischen oder alamannischen Sippenführer
Tutilo, auch nicht von kolbentragenden
Sumpfpflanzen! Die beiden Namen hängen eng mit
einem schönen Bild der nährenden Muttergöttin
zusammen, die schon in der Steinzeit mit großen Brüsten dargestellt
wurde. Spuren ihrer örtlichen Verehrung in besonderer Gestalt bewahrten
sich bis ins 19. Jh.: Als sagenhafte Duttfee zierte
sie in janusartig doppelter Ausführung (mit zwei Gesichtern und
doppeltem prallen Busen) den Marktbrunnen der Stadt Tuttlingen.
Die Sagen von der Duttfee
von Tuttlingen bzw. von den heidnischen Frauen im Duttenthal enthalten
Botschaften aus keltischer Zeit, die wir an anderer
Stelle entschlüsseln. Hier gehts namentlich um die großen
Brüste der prähistorischen Stadt- und Namenspatronin von Tuttlingen.
Dutten oder Tutten (vgl. Titten,
Zitzen) sind in den süddeutsch, ostalpinen Dialekten
die prallen Mutterbrüste! (Und der Dutzel oder
Zutzel, der Schnuller, ein schwacher Ersatz dafür, an dem kein
Tutilo gezutzelt hätte.) Tuttert ist eine Frau
mit großem Busen, und Tuttenkaibl ein
säugendes Kälbchen in den Ostalpen. Wer noch
Zweifel zu Dutten, Tutten, Titten oder Tits hat, kann sich ja im Internet
umsehen! Doch Vorsicht! Ein Großteil der so genannten
Porno-Seiten ist - wegen des großen Andrangs
und der damit verbundenen hohen Besucher-/Trefferquote - völlig
verseucht mit Viren und Trojanern! Gnade Ihrem PC!
Den schützt keine Muttergöttin! Der ist dann reif für
die Tüte(!) mit dem Abfall, die entgegen dem Duden
nichts mit Trichter zu tun hat!
©
Georg Rohrecker
Update:
16.09.2008
