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Patrick
Patrick/Patricius/Padraig
Der „Nationalheile”
von Irland – 17. März
Sauf
Dich zum Iren! So lautet heute das griffigste Motto der rund
um die Welt in den grünen Klee (Shamerock) schießenden
Events zum St. Patrick's
Day (17. März). Eine wunderbare Kurzfassung für
die todsichere Methode der Zerstörung keltischer Kultur.
- Und diese Zerstörung soll ja schließlich der Legende nach
des Heiligen Patricks/Patricius/Padraigs Hauptaufgabe
ge-wesen sein!
Was der Kommerz für Gründe immer zum
Feiern hervor zerrt, Patrick schlägt sie heute
alle! Zwar hat der gute Mann - wie viele katholische Heilige
- vielleicht gar nie existiert, doch schon um das „Privileg”
seiner Herkunft raufen sich Schotten, Waliser und Bretonen.
In Schottland will Old
Kilpatrick als Geburtsort gelten, in Wales ein Bannevem
Taburniae, das auch das britannische Bannaventa Berniae
- heute Banwell
südwestlich von Bristol - gewesen sein könnte. Und in der
französischen Bretagne tut sich insbesondere Lorient
paradoxerweise damit hervor, gerade mit diesem seltsamen Patricius,
dem legendären Totengräber der keltischen Kultur
deren angebliche „Wiederbelebung” ankurbeln zu wollen, zu
der dort jährlich im August ein Festival Interceltique
de Lorient stattfindet.
Was den „Nationalheilen” betrifft, müssten
wir ja nicht so pingelig sein! Nur weil ihn das Irische Tourismusbüro
wörtlich so apostrophiert, dies auch noch zu zitieren, ist ja nicht
die feine englische Art. Diese „feine Art”
ist aber auch kein Merkmal der ganzen Patrick-Geschichte! Es deutet
vieles darauf hin, dass der feine Heilige eher eine nach Frankensteinart
zusammengeflickte Kunstfigur aus verschiedenen Bestandteilen ist, die
von der römisch-katholischen Kirche einst als zweckmäßig
angesehen wurde, mit ihr in Irland das keltische „Heidentum”
zu tilgen.
Auf diese diversen Versatzstücke (z.B. angebliche Verwechslungen
mit einem römisch-katholischen Missionsbischof Palladius)
einzugehen, wäre an dieser Stelle müßig. Wie in Salzburg
aus dem vielleicht auch fiktiven Rupertus - sofern
es nicht eine Iren gleichen Namens gab - der passende Landes- und (ab
Arno) Metropolitan-Heilige konstruiert wurde, so in Irland aus Patrick,
der auf der zuvor keltischen Grünen Insel die Schlangen
(der „heidnischen” Mutterreligion) vertrieben und den dreiblättrigen
Klee (Shamerock) eingeführt haben soll.
Das mit dem Klee, mit dem Patrick seiner Legende nach den Ungläubigen
die Augen bezüglich der göttlichen Dreifaltigkeit geöffnet
haben soll, ist eine massive Unverschämtheit! War doch der Klee
aus dem augenscheinlichen Grund der Einheit der drei Blätter ein
uraltes Symbol der irokeltischen Muttergöttin-Trinität
- damals seamroy genannt!
Doch mit Patricks Hilfe funktionierte die römisch-katholische Kirche
natürlich noch weit mehr um. So z.B. auch die keltischen
Feuer- und Reinigungsrituale, die unter seiner Patronanz zu
christlichen Erfindungen umgedeutet wurden. Auf Patricks
Bitte habe es der neu etablierte Vatergott doch tatsächlich erlaubt,
dass den Iren das Fegefeuer erspart bleibe, wenn sie
sich durch die eigenen Feuer reinigen und entsühnen. Der absolute
Gipfel der Unverschämtheit bestand jedoch in der frommen Behauptung,
dass Patrick den katholischen Iren das Jüngste Gericht
erspare, weil er selbst vorher über sie an Stelle Gottes
richte! Eine weltweit einzigartige Form nationalen Nepotismus
in Gottes Namen, ein Ablassbrief der Sonderklasse!
Wie
sagte meine Großmutter, die ehemalige Wirtin: „Wer's
glaubt, wird selig! - Wer's nicht glaubt, kommt auch in den Himmel!”
Eine irdische Ver-günstigung hat
Patrick - der angeblich 40 Tage fastend auf dem
Heiligen Berg Croagh Patrick verbrachte, wo ihn
der Teufel versuchte (womit wohl?) - seinen Fans zu deren Lebzeiten
ganz sicher beschert: In den Tagen um
Patrick's Day ist zur Gaudi der Iren - und der Wirte
- das vorösterliche Fastengebot
aufgehoben! (Schließ-lich ist der 17.
März ein uralter Festtag
der Frucht-barkeit
und Fülle!) Prost Patrick!
Link-Tipp:
Tourism
Ireland (Nationalheiler Patrick)
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Kurzsteckbrief:
Hl. Patrick |
^ |
| Namenvarianten:
|
|
Patricius, Padraig,
Paris, Paddy, Pat |
| Festtermin: |
|
17.
März |
| Namensdeutung: |
|
Der
Patritzier (von röm. Uradel) |
| Symbole: |
|
Schlange,
Kleeblatt |
| Mythol.
Funktion: |
|
Apostel
Irlands, Schlangenvertreiber, Hirten- und Viehpatron |
| Parallelen
zu: |
|
Amandus,
Bartholomäus |
| Zugeh.
Bethe(n): |
|
Wilbeth/Katharina,
Ambeth/Margaretha,
Borbeth/Barbara |
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Verehrungsorte: |
|
Armagh,
Auxerre, Croagh Patrick, Downpatrick, Lerins, Marmoutiers |
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Alpine Verbreitg.: |
|
Mitte
des 15. Jh. |
©
Georg Rohrecker
Update:
30.12.2007

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