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Worte mit keltischem Hintergrund


Pferd
Die Nebenlinien einer keltischen Pferdelaufbahn

Aufs Pferd gekommen sind die Nachfahren der Germanen, die Deutschen, die in ihrer Sprache vorher nur Ross und Gaul gekannt hatten, auf einigen Umwegen, an deren Anfang eindeutig ein keltisches Pferd, veredo genannt, stand. Aus diesem veredo hatten sich die - wie so oft bei ihren Nachbarn abkupfernden - pragmatischen Römer der Antike, entsprechend den Infrastruktur-Bedürfnissen des riesigen Imperiums, ihr amtliches Postpferd, veredus, gemacht, das in der Folge noch weitere sprachliche Verrenkungen nach sich zog.
 

Pferd/veredo auf kelt. Münze

Ein nur auf regionalen Nebenlinien verwendetes „Neben-Postpferd” wurde in der typisch imperialen Manier der Römer recht konsequent und geschwollen als para-veredus bezeichnet (para = gr. neben). Und über diese willig übernommene Entwicklungshilfe war es dann in deutschen Landen nicht mehr gar so weit, um später mit wenigen Rösselsprüngen vom paraverdus zum althd. Pfarifrit, und über das spätere Pfärit schließlich zum gemeinen deutschen Pferd zu gelangen, das mit dem so genannten Amtsschimmel verwandt sein muss.

Der Deutschen (und der deutschsprechenden Österreicher) Ross und Reiter stammen übrigens wie das Rad von der keltischen Straße, reda, ab, auf der sich alle bewegten. – Womit sich der Kreis wieder schließt.


© Georg Rohrecker

Update: 05.10.2008