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> Heiligengestalten W >
Wilgefortis
Hl.
Wilgefortis (Kümmernis)
Standhafte
und doch fruchtbare Jungfrau –
20. Juli
Wilgefortis
ist eigentlich weniger ein Personenname als ein Titel. Er kommt vermutlich
vom lat. virgo fortis (starke/standhafte Jungfrau),
ein Prädikat, das ihren Legenden nach allerdings auf dutzende katholische
Heiligengestalten weiblichen Geschlechts zutrifft. Die Geschichte ist
fast immer nahezu ident: Es war einmal - zumeist in
der zweiten Hälfte des 3. oder der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts
eine Jungfrau, jung, schön (und
reich). Die sollte verheiratet werden. Doch die Schöne
weigerte sich, weil sie - als Christin - schon mit dem Sohn
des wahren und einzigen Gottes verlobt sei, dem sie deshalb
die Treue halten wolle bis in den Tod.
Dieser Tod, der sie ja dem himmlischen Bräutigam zuführt,
kommt dann prompt über die stand- und beispielhafte Jungfrau nach
längerem, von diversen „Wieder-auferstehungen”
unterbrochenem, (blutrünstig beschriebenem) Martyrium
durch „heidnische”
Folterknechte. Zuletzt folgt die wohl verdiente Himmelfahrt
der Blutzeugin und die (offizielle oder inoffizielle) Aufnahme
in die Gemeinschaft der Heiligen - und ins „Martyrologium
Romanum”,
das Märtyrer- und Heiligen-Verzeichnis der römisch-katholischen
Kirche, das bei seiner Neuauflage Ende 2004 biografische
und liturgische Angaben zu rund 6.650 Seligen und Heiligen
mit sowie rund 7.400 ohne Namen enthielt.
Das angeführte Grundmuster der Märtyrerinnen-Biografien,
dessen Marter-Kapitel direkt aus der Praxis mittelalterlicher Rechtspflege
stammt bzw. daraus drastisch schauriges Anschauungsmaterial beziehen
konnte, gilt schließlich auch für Wilgefortis,
die jedoch in den Ost-Alpen mehr Bekanntheit unter
dem „deutschen”
Namen Kümmernis erreichte,
auf deren Seite wir Sie zum Studium ihrer Legende und
zu sonstigen Details verweisen.
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Kurzsteckbrief:
Hl. Wilgefortis |
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| Namenvarianten:
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Kümmernis,
Ontkommer, Uncumber, Comeria, Hülpe, Liberata, Eutropia, Gwer,
Wilifortis |
| Festtermin: |
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20.
Juli (analog Margaretha)
(26. Jänner - Notburga)) |
| Namensdeutung: |
|
Die
Entkümmerin (Wilgefortis = Starke Jungfrau) |
| Symbole: |
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(An
Bäumen) Gekreuzigte (zumeist mit Bart), Fiedler, Schuh |
| Mythol.
Funktion: |
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Vegetations- und Fruchtbarkeitsgöttin, Beschützerin der
Frauen |
| Parallelen
zu: |
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Aphrodite,
Artemis, Bona Dea, Diana, Notburga,
Sophia, Koloman |
| Zugeh.
Bethe(n): |
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Wilbeth/Katharina,
Ambeth/Margaretha,
Borbeth/Barbara |
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Verehrungsorte: |
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Axams, Bregenz, Dorf/Pinzgau, Eisenstadt, Erlangen, Frauenwörth
/Chiemsee, Hechenberg/Burghausen, Meransen (I), Neufahrn/Freising,
Rankweil, Uderns, Telfs, Weissenburg |
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Alpine Einführg.: |
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Beginn
des 14. Jh. |
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Buchtipps: |
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Erni
Kutter
Der Kult der Drei Jungfrauen
Eine Kraftquelle weiblicher Spiritualität
neu entdeckt
Norderstedt (Books on Demand) 2003 |
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Ilse
E. Friesen
The Female Crucifix
Images of St. Wilgefortis since the
Middle Ages
Waterloo, Ontario (Wilfrid Laurier University Press) 2001 |
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Georg
Rohrecker
Kelten - Götter - Heilige
Mythologie
der Ostalpen
Wien (Pichler)
2007 |
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©
Georg Rohrecker
Update:
01.05.2009

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