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> Heiligengestalten W>
Wolfgang
Wolfgang
Patron lukrativer
Besitzansprüche –
31. Oktober
Den im Jahr 1052
von
Papst Leo IX. zum „Heiligen”
erklärten
Wolfgang hat es wirklich gegeben. Er lebte im 10. Jahrhundert
und war von 972 bis zu seinem Tod im Jahr 994 Bischof von Regensburg.
An seiner gewinnträchtigen Verbindung zu tausenden keltischen Kultplätzen
im Ostalpenraum – vom kleinsten „Spur-Stein” (Schalenstein) bis zum
größten Kultzentrum (z.B. dem am Falkenstein bei St. Gilgen)
– war er selbst relativ unschuldig. Das besorgten später
geschäftstüchtige Kleriker „seiner” Klöster, die in „ihrem” Wolfgang ein ideales Instrument erkannten, unter Zuhilfenahme haarsträubender
und steinerweichender Legenden in seinem Namen – der sich übrigens
aus Wolf und Gankerl, einer Umschreibung
für Teufel (dem Christen-Krampus), zusammensetzt – abenteuerliche
Besitzansprüche zu stellen und auf ehemals keltischen
Kultplätzen profitabelste Wallfahrts-Industrien
europäischer Dimensionen zu errichten.
Vielleicht
war es eine Art „Rache” für Wolfgangs Klosterreformen?
Mit einer solchen hatte er nämlich die Kleriker der großen
Domklöster seiner Diözese „beglückt”, die
ursprünglich bis ins ehemals keltische Böhmen reichte. Und in diesen Genuss kamen
schließlich auch kleinere Klöster wie das von Mondsee,
in das sich Bischof Wolfgang schnurstracks verkrümelt hatte, als
im Jahr 976 Kaiser Otto II. auf einem Reichstag in Regensburg, der Residenzstadt
Baierns, Herzog Heinrich absetzte, und das mächtige Herzogtum zerstückelte.
(Aus einem Teil Baierns, mit dem der Babenberger Liutpold belehnt wurde,
entstand übrigens später Österreich.)
| Wie
auch Wolfgangs „Heiligkeit” zum Geschäft wurde |
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Auf
Teufel komm raus stellte gerade das Kloster Mondsee
abenteuerliche Gebiets-ansprüche gegenüber dem Erzbistum
Salzburg, und nicht nur die uralten, schon den Kelten heiligen, Schalen- und Spursteine,
sondern auch viele Heilige Quellen sollten nun dreist die
wunderbare Anwesenheit und Missionstätigkeit „ihres”
Hl. Wolfgang an diesen Stellen, und damit die unverschämten Eigentumsrechte, „beweisen”.
Der ehemalige „Chef” hätte es schließlich selbst
vorgemacht, und auf den später nach ihm benannten Ort St. Wolfgang
– auf „germanische” Art: mit symbolischem Beilwurf
– Besitzanspruch erhoben!
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Ja,
die unheilabwehrenden „Wolfgangi-Hackln”
im Miniformat verkauften sich ironischerweise fast so gut wie
das in St. Wolfgang massenhaft feilgebotene „Augenheilwasser”
in den dafür kreierten „Wolfgangi-Flascherln”
- Für das mittelalterliche Kloster Mondsee ein Zubrot von
jährlich 15 bis 20 Tausend Dukaten! Auch im Windschatten
der keltischen Mythologie galt: Pecunia non olet!
(„Geld stinkt nicht!”) Ob seiner „gewinnbringenden
Eigenschaften” landete der Heilige Wolfgang schließlich
im 16. Jh. selbst auf klingenden Regensburger Batzen
(Abb. links). |
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Kurzsteckbrief:
Hl. Wolfgang |
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| Namenvarianten:
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Wolfl, Lupambulus,
Werregängel |
| Festtermin: |
|
31.
Oktober |
| Namensdeutung: |
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Als
Wolf Verkleideter, Zu den Wölfen (Heiden) Gehender, Werwolf |
| Symbole: |
|
Wolf,
Teufel, Beil, Kichenmodell |
| Mythol.
Funktion: |
|
Krankenpatron (Unterleib, Augen), Viehpatron, |
| Parallelen
zu: |
|
Belenus,
Cernunnos, Dagda |
| Zugeh.
Bethe(n): |
|
Wilbeth/Katharina,
Ambeth/Margaretha,
Borbeth/Barbara |
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Verehrungsorte: |
|
Regensburg,
St. Wolfgang ... |
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Alpine Verbreitg.: |
|
Ende
des 11. Jh. |
| >
Buchtipp: |
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Georg
Rohrecker
Kelten - Götter - Heilige
Mythologie
der Ostalpen
Wien (Pichler)
2007 - Erscheint im September |
|
©
Georg Rohrecker
Update:
07.06.2009

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