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Kelten-Erbe im
Wortschatz
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Kelten-Erbe in unserem Wortschatz
Geläufige Worte mit keltischem Hintergrund

Neben der Archäologie (dt. Altertumskunde) nimmt die „Vergleichende Sprach-wissenschaft” (Spezialfach: Keltische Philologie) für sich in Anspruch, bei der Erforschung des Keltischen den höchsten Stellenwert zu besitzen und diesbezüglich auch besonders „mächtig” zu sein. In der Tat haben sowohl das Keltische als auch das Kelten-Erbe sehr viel mit Sprache und Sprachverwandtschaft zu tun. Doch der hohe Anspruch der Philologen (dt.: „Die das Wort Liebenden”) hat andererseits auch seine (selbst gesetzten oder fremd bestimmten) engen Grenzen!

Was die eigenen Definitionen (dt. Begrenzungen!) betrifft, setzen die Philologen des „Deutschen Sprachraums” (Bis hin zu den „Keltologen”) zum allergrößten Teil leider noch immer auf die Fiktion einer indo-germanischen (sic!) Sprachfamilie bzw. demonstrativ auf diesen Begriff des frühen 19. Jahrhunderts – was logischerweise den fatalen und einschlägig belasteten ideologischen Anspruch beinhaltet, eine auf angebliche „Indo-Germanen” zurückgehende „Grundsprache” sei quasi Ahnherrin fast aller europäischen Sprachen der Vergangenheit und Gegenwart gewesen!

Die dieser philologischen Geschichtsfälschung zu Grunde liegende Idee einer quasi natürlichen Herrschaft germanisch-teutscher Zunge ist natürlich blanker – und, wie die Geschichte schon hinlänglich bewiesen hat, auch gefährlicher – „Humbug”! Weshalb in der seriösen Welt der „außer-germanischen” Sprach-Wissenschaft von einer „indo-europäischen” Sprachfamilie die Rede ist, in der „das Ger-manische” (Ger = Speer) entsprechend seinem tatsächlichen Stellenwert nicht über, sondern neben „dem Keltischen”, „dem Lateinischen” usw. auftritt. (Sogar Sprache ist „relativ”!)
 

Einsteins Zunge
Einstein-on-Tour (Bern/CH)

Was die „fremdbestimmten” Grenzen angeht, ergeben sich beim „Keltischen” für die, nur bedingt mächtigen, Philologen erhebliche Probleme aus der Tatsache, dass für unsere keltischen Ahnen einerseits der Gebrauch der Schrift aus verschiedenen plausiblen Gründen tabu war – obwohl Teile der Kelten (insbesondere Kultpersonal und Händler) die griechische Schrift beherrschten. Anderseits existieren ersatzweise natürlich auch keine akustischen Aufzeichnungen, da leider das Tonbandgerät halt noch nicht erfunden war. „Mängel”, die unsere Philologen offensichtlich zwingen, bezüglich der keltischen Sprache zu einem beträchtlichen Teil erst wieder auf die bedenklichen Gewährsleute der griechischen und römischen Antike und des späteren römisch-katholischen Klerus angewiesen zu sein, die fast alle dem Keltischen feindlich gegenüber standen.

Aber wenn man(n) als ostalpiner (Geistes-) Wissenschaftler schon einschlägig vor-gebildet ist, dann liegt die Versuchung verlockend nahe, aus der Not seiner „klassisch-humanistischen” Bildungsbasis im Realität-Umdrehen eine wissen-schaftliche Tugend oder unabdingbare Grundvoraussetzung seiner Wissenschaft zu machen und ungeniert zuzuschlagen! Auch hier gilt frei nach Ernst Jandl: „Ich sein ein Professor, Kapazität von... was du sein?” – vielleicht gar einer von den „selbsternannten Hobby-Kelten-Forschern, die den Markt mit wohlfeilen, reißerisch betitelten Keltenbüchern bedienen und überschwemmen”. (sic!)

Klassische Schatzhüter oder Gartenzwerge im Schrebergarten
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Das „reißerische” zweite Zitat ist natürlich nicht vom großen Jandl (und schon gar nicht vom zungenfertigen Einstein), sondern von einer kleinen heimischen „Regional-Kapazität” mit der notwendigen „Schrebergärtner-Mentalität” - oder war's gar der Gartenzwerg? Jedenfalls war es ein Anonymus in den Mitteilungen eines heimischen Heimatvereins in einem bekannten Seengebiet, vielleicht ein „Fuchs”, dem die wohlfeilen Trauben zu sauer sind, die er selbst nicht recht derschreibt.

Doch zurück zu den die Worte liebenden Philologen! Das Gute an den Ansprüchen der deutschen Sorte: Sie müssen sich seit dem Ende des (Doch-Nicht-Ganz-) „Tausendjährigen Reiches” in ostalpinen Revieren etwas mehr anstrengen als zuvor unter den „germanomanischen” Nazis! Wenn wir nun in der Lage sind, aus der einschlägigen philologischen Ernte das „Germanische” ebenso heraus zu filtern wie das „Griechisch-Römische” und das „Römisch-Katholische”, dann gibt es zwar noch immer ein gewisses Missverhältnis zwischen Spreu und Weizen, doch ist das bei diesen Rahmenbedingungen erklärbar – wenn auch oft nicht entschuldbar! Aber der verbleibende Weizen selbst gibt schließlich doch einiges her für ein plausibles Bild vom Erbe unserer keltischen Vorfahren, und auch von dem, was wir in unserer Mutter-Sprache und in der Umgangssprache von ihnen „geerbt” haben!

Bei allem Respekt vor den Germanisten - die nicht immer eine derart belastete Berufsbezeichnung tragen mussten: Wenn wir Ostälpler oder Österreicher uns nicht „zu gut” - oder schlicht zu autoritätsgläubig - sind, in Bezug auf unsere eigentliche Muttersprache die (formale) Dominanz der „Deutschen Hoch- und Amtssprache” zu relativieren, und „dem Volk aufs Maul schauen”, dann bieten sich bei näherer Betrachtung zahlreiche Schätze, die wir eindeutig nicht den nordischen „Ger-manen” (Speer-Männern) verdanken, sondern unseren viel näher liegenden (und ehemals lebenden) keltischen Vorfahren. Dies trifft natürlich besonders auf die regional bedingten uralten Berg-, Flur-, Gewässer oder Ortsnamen zu, die natürlich weit älter sind als nordisch-germanischer Etikettenschwindel oder will-fährige Umdeutungs-Versuche einschlägiger Sprach-Speer-Männer der in ersten Hälfte des 20. Jahr-hunderts „aufgenordeten” Ostmark. Doch selbst unsere (viel früher aus dem Norden importierte) „Hochsprache” kommt bereits bei ihrem Grund-Wortschatz seit „germanischer” und „althoch-deutscher” Zeit nicht ohne zentrale Anleihen aus dem „Keltischen”, ohne wichtige oder populäre Worte mit keltischen Wurzeln, aus.
 

Germane für den Klein-Garten (€ 38)
www.zum-germanen.de

Wobei zu guter Letzt zu beachten ist, dass hinter solchen ehemals keltischen Worten und Begriffen zumeist auch tiefgründige Symbolik steckt, die einst der Orientierung in der Gemeinschaft diente, und natürlich zum besseren Verständnis mit entschlüsselt werden sollte, um sich den vollen Sinn anzueignen – allerdings zweckdienlicher Weise fernab von allzu „klugen” philologischen oder tiefenpsy-chologischen Erklärungsmustern a lá C. G. Jung und Co., die uns zwar un-absichtlich(?) aber mit umso größerem Erfolg den Zugang zu unserem keltischen Erbe erschwert haben!


Symbolfigur Schneewittchen digitalisiert > digitale-kinderbibliothek.de

Aber zurück zur hintersinnigen keltischen Sprache: Noch ist nicht aller Tage Abend bzw. „Götterdämmerung”! Es gibt sie noch, die kleinen keltischen Schätze des Alltags - und wir sind dahinter! Als „Kostproben” zum einschlägigen Wortschatz mit keltischen Wurzeln und/oder Hintergründen haben wir (von Apfel bis Whiskey - siehe Navigationsleiste links oben!) einige Beispiele herausgegriffen. Auch diese Liste wird natürlich - wie unsere Kelten-Seiten insgesamt - bei Gelegenheit erweitert werden. Wenn Sie dazu Fragen oder Anregungen haben, schreiben Sie uns schon heute an die E-Mail-Adresse: diekelten@sbg.at


>Buchtipp:     ^
  Bernhard Maier
Kleines Lexikon der Namen
und Wörter keltischen Ursprungs

München (Beck) 2003
 

© Georg Rohrecker

Update: 26.04.2009

 

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